Dakar

Despres und Peterhansel als große Champions !

Während die letzte Spezialetappe mit Siegen des Norwegers Pal Anders Ullevalseter bei den Motorrädern und Robby Gordon bei den Autos beendet wurde, waren es sehr wohl die Franzosen Cyril Despres und Stéphane Peterhansel – als Sieger ihrer 4. bzw. 10. Dakar-Rallye in allen Kategorien zusammen -, die auf dem Podium der Plaza de Armas in Lima von einer gigantischen Menschenmenge frenetisch bejubelt wurden, welche sich hier versammelt hatte, um sowohl die Teilnehmer als überhaupt die erste Zielankunft der größten Rallye-Raid der Welt in der peruanischen Hauptstadt zu begrüßen. Von den insgesamt 443 Startern in Mar del Plata haben es 249 - 97 Motorräder, 12 Quads, 78 Autos und 60 Trucks – bis zur Ziellinie dieser 33. Dakar geschafft.

Vorteil Despres… Die Demonstration ist auf allen Ebenen ausgetragen worden. Nach 8.300 km Straßen, Pisten und Dünen, die seit Mar del Plata zurückgelegt wurden, trennen Marc Coma 53‘20“ von Cyril Despres, der damit in Lima seinen 4. Titel gewinnt… einen mehr als sein großer Rivale am Gipfel der Disziplin! Einmal mehr hat das nahezu gleichwertige Niveau der beiden Champions die Vielfalt der Register aufgezeigt, die man gleichzeitig meistern muss, um einen Sieg bei der Dakar zu erringen: körperlich muss alles stimmen; Navigationsfehler sind winzig, aber entscheidend in ihrem Duell; der Fahrstil muss sicher und schnell zugleich sein; strategische Finessen werden nutzbringend eingesetzt; die Technik muss man (bei zwei identischen KTM-Maschinen) voll im Griff haben… mit einem Wermutstropfen für Marc Coma: am Vortag der Zielankunft hat ein ausgefallenes Getriebe ihn daran gehindert, den Kampf fortzuführen, während er noch die Spitze in der Gesamtwertung innehatte. Der Katalane war gezwungen, seinen Motor zu wechseln, und fing sich damit 45 Strafminuten ein, die gemäß der neuen Regel vorgesehen sind. Der Absturz war brutal nach zwei Wochen, in denen um Sekunden gekämpft wurde.

Hinter Despres und Coma konnten die Anwärter aufs Podium zu keinerlei Zeitpunkt die Dimension der Titelaspiranten erreichen. Der solide und regelmäßig fahrende Helder Rodrigues beendet die Rallye, wie letztes Jahr, an 3. Position, mit einem Etappensieg, aber 1h11‘ Rückstand auf den französischen Gesamtsieger. Ein eventueller Wechsel auf die Yamaha YZF, die weder David Casteu noch Olivier Pain in die höheren Sphären des Klassements hieven konnten, könnte ihm neue Argumente liefern. Zwischen Mar del Plata und Lima haben die Beobachter der Motorrad-Kategorie vor allem die Bestätigung dafür bekommen, dass sich die Zukunft Kataloniens nicht mehr nur auf die Perspektiven von Marc Coma beschränkt. Der vielversprechendste Fahrer des Jahres ist Joan Barreda, der seine Chancen auf einen exzellenten Platz in der Gesamtwertung zwar schon zu Beginn der Rallye verloren (11. am Ziel), das Rennen aber dennoch mitgeprägt hat – mit einem Sieg bei einer Spezialetappe und insgesamt acht Etappen unter den Top 5.
In der Rubrik der Verheißungen war der Italiener Alessandro Boturri der schnellste unter den Neuankömmlingen bei der Dakar (8. mit 2h59‘04“ Rückstand auf Despres), und das im neuen Team Bordone-Ferrari, das zudem Jordi Viladoms auf der 4. Position platzieren konnte. Der katalanische Clan kann sich außerdem darüber freuen, mit Laia Sanz auch den Titel der besten Fahrerin errungen zu haben. Das Klassement der Motorradfahrer ohne Assistance wiederum wurde von Stéphane Hamard dominiert.

Bei den Autos wurde ein Kampf unter den Minis erwartet, so sehr schien Team X-Raid vom Material wie auch von den Fahrern her am besten gerüstet zu sein… und er hat auch stattgefunden! Letztlich hat das Team aus Frankfurt 8 der 13 Etappen mit 4 verschiedenen Fahrern gewonnen, davon 3 alleine für Stéphane Peterhansel, und vor allem hat das Team in der Gesamtwertung nie das Heft aus der Hand gegeben. Nur logisch also, wenn das Duell um den Sieg somit zwischen „Peter“ und dem erfahrensten seiner Teamgefährten, dem Spanier Joan „Nani“ Roma, ausgetragen wurde. Meister „Peter“ hat zwar ab der 3. Etappe in Führung gelegen, musste aber dennoch bis zur vorletzten Spezialetappe warten, um einen entscheidenden Vorsprung herauszufahren. Zum Abschluss hat Stéphane Peterhansel einen Vorsprung von 41‘56“ auf den Katalanen und gewinnt damit seinen 4. Titel bei den Autos. Vor allem aber erringt der Fahrer aus Vesoul damit seinen 10. Gesamtsieg in allen Kategorien zusammen und trägt sich noch etwas mehr ins Buch der Legenden bei der Dakar ein!

Die makellosen Statistiken von X-Raid können aber trotz allem nicht die Rückkehr von Robby Gordon an die vorderste Front verbergen. Mit großer Unterstützung durch das fahrerische Können seines Teamgefährten und Titelträgers aus Katar, Nasser Al-Attiyah, aber auch dank der atemberaubenden Leistungen seines Gefährts – dessen Regelkonformität gewiss auch angezweifelt wurde – hat der Kalifornier diese 33. Ausgabe der Dakar sicherlich auch mitgeprägt, auf der Piste wie auch außerhalb, und war der Einzige, der sich der Vorherrschaft von X-Raid zu widersetzen vermochte. Letzlich aber endet Gordon trotz 3 Etappensiegen abgeschlagen auf Platz 5 der Gesamtwertung, mit mehr als 2h15‘ Rückstand.
In einem sehr viel diskreteren, aber letztlich um so effizienteren Stil gilt es bei dieser Dakar 2012 die Leistung des immer noch so regelmäßig fahrenden Giniel de Villiers hervorzuheben! Trotz einer verkürzten Vorbereitungszeit und eines erst anlaufenden Projekts erreicht der Südafrikaner schon bei der ersten Teilnahme des neuen Toyotas einen Podiumsplatz. Damit kann man die Zukunft voller Zuversicht und Ambition in Angriff nehmen.

Und schließlich geht der Sieg bei den Zweiradantrieblern an Ronan Chabot und seinen SMG-Buggy, der in perfekter Regelmäßigkeit gefahren ist, um den Gesamtsieg letztlich mit mehr als 9h Vorsprung auf den Südafrikaner Mark Corbett zu erringen. Ein Abstand, der Xavier Foj, dem Sieger in der Production-Kategorie, das Leben sicherlich leichter gemacht hätte! Aber einmal mehr hat sich der Spanier erst zum Ende des Rennens genügend absetzen können, um sich den Sieg zu sichern, mit 59‘ Vorsprung auf seinen liebsten Feind, den Japaner Jun Mitsuhashi.

Bei den Quads sind die Statistiken dieser Kategorie trügerisch. Alejandro Patronelli, der Titelinhaber, hat das Double geschafft, nachdem er sich ab der Schleife Copiapo-Copiapo an die Spitze der Gesamtwertung gesetzt hat, um diese danach nicht mehr abzugeben. Sein Bruder Marcos hat ab der 7. Etappe, bei der er 1h20‘ verloren hat, jedwede Aussicht auf den Gesamtsieg abschreiben können. Doch diese formale Dominanz des älteren der Brüder aus Las Flores ist während der gesamten Strecke von einem anderen Argentinier angefochten worden: Tomas Maffei. Der Siebte des Vorjahres hat die Gesamtwertung nach den Etappen 4 und 5 angeführt und ist danach zunächst noch auf Tuchfühlung geblieben, um seinen zweiten Platz im Klassement erst nach der 9. Etappe abzugeben. Die Auszählung der Siege bei den Spezialetappen belegt im Übrigen die Intensität des ausgetragenen Kampfes: 4 für Maffei, darunter die prestigereiche letzte Zielankunft in Lima, gegenüber jeweils 3 für die beiden Brüder. Hinter diesem imperialen Trio nehmen der Chilene Ignacio Casale und der Uruguayaner Sergio Lafuente die beiden verbleibenden Plätze der Top 5 ein, aber mit mehr als 6 bzw. 8 Stunden Rückstand, während die Italo-Französin Camelia Liparoti ihren zehnten Platz vom letzten Jahr diesmal auf einen neuen Rang in der Abschlusswertung verbessern konnte.

Und bei den Trucks schließlich ist eine doppelte Premiere in die Annalen einzutragen: die Siege von Gerard De Rooy und der italienischen Marke Iveco. Ein siegreiches Ticket, dessen Erfolg – angesichts der von der niederländischen Marke zu diesem Zwecke abgestellten Mittel - schon ab dem Start in Mar del Platz vorprogrammiert zu sein schien. Die Entwicklung zugunsten von Sohnemann De Rooy hat sich aber erst nach der 9. Etappe geklärt - mit dem überschlagbedingten Ausfall von Ales Loprais. Der junge Tscheche saß Gerard De Rooy bis dahin im Nacken und lag im Gesamtklassement nur 15‘39“ zurück. Trotz dieses atemberaubenden Duells sollte dennoch vor allem De Rooy die Dakar 2012 prägen, indem er mit 5 Scratches die meisten Etappensiege eingefahren und die Gesamtwertung ab der 4. Etappe angeführt hat. 25 Jahre nach seinem Vater Jan hat Gerard einer Kategorie einmal mehr den De Rooy-Stempel aufgedrückt, bei der vor allem auch der Ausfall der vorangehenden Dominatoren von Kamaz aufgefallen ist. Die Erneuerung ihres Fahrerbestandes hat noch keine unmittelbaren Früchte getragen, und der Ausschluss von Eduard Nicolaew wegen unsportlichem Verhalten bei der 4. Etappe hat die Schwierigkeit dieses Übergangs noch einmal aufgezeigt. Eine Situation, in der sich zumindest schon einmal Andreij Karginow und der kasachische Privatfahrer Artur Ardavichus hervorgetan haben, die beide ihre ersten Etappensiege verbuchen konnten.

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etappe 14 : 002 - Cyril DESPRES: Heute bin ich gezeichnet
Ich versuche immer, auf die Details zu achten. Es gefällt mir, meine Hausaufgaben gut zu machen, und wenn in meinem Beruf alles gut läuft, springt am Ende ein Sieg dabei heraus. Heute haben wir gewonnen, und es ist... [weitere Infos]






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