Peterhansel: 10 Siegen in allen Kategorien
Durch den erfolgreichen Abschluss bei seiner 23. Dakar ist der Franzose Stéphane Peterhansel mit 10 Siegen in allen Kategorien – 6 bei den Motorrädern und 4 bei den Autos - nun endgültig in die Geschichte dieses Rennens eingegangen. Hier noch einmal ein Überblick über seine 10 Erfolge bei dieser „Referenz“ des weltweiten Rallye Raid-Geschehens, die zu seiner Legende beigetragen haben.
1991
Paris-Tripoli-Dakar: Genau vor dem Ruhetag in Agadez verirren sich alle im Sandsturm, und ich finde als Einziger die richtige Piste und erringe einen Vorsprung von 45 Minuten. Und dadurch gewinne ich meine erste Dakar.
1992
Paris-Sirte-Kapstadt: Mein ganzes Leben lang werde ich mich an den tödlichen Unfall von Gilles Lalay erinnern, der sich genau vor mir auf einer kurzen Verbindungsstrecke zugetragen hat. Ein Freund, der von uns geht, und eine große Hinterfragung: gibt es nichts Wichtigeres, als Rennen zu fahren? Ich gewinne, weiß aber nicht, ob ich weitermachen werde.
1993
Paris-Tanger-Dakar: Ich liege im Zweikampf mit Arcarons und verfahre mich absichtlich, damit er einen CP verpasst, kehre dann selber um und passiere den CP. Er fängt sich eine Zeitstrafe ein, die er nicht mehr aufholen kann…
1995
Granada-Dakar: Während ich in Führung liege, mache ich bei einem Tankstopp einen Fehler. Arcarons legt Beschwerde ein, und ich bekomme 15 Minuten Zeitstrafe. Ich bin ein wenig niedergeschlagen, in Schwarzafrika aber fahre ich einen ganzen Tag lang auf Angriff und gewinne mit 20 Minuten Vorsprung… Die Rallye kippt an diesem Tag zu meinen Gunsten…
1997
Dakar-Dakar: Ein sehr sauberes Rennen! Ich hatte viel Druck, und ich musste jeden Tag wirklich schnell fahren. Nacheinander bekommen aber all meine Kontrahenten Probleme: Sturz, Materialschaden, Navigationsfehler… Ich habe nicht kämpfen müssen, sie haben sich alle selber ausgeschaltet. Ein recht leichter Sieg.
1998
Paris-Granada-Dakar: Gemischte Gefühle – ich bin zwar froh, den Rekord von 5 Siegen von Cyril Neveu geschlagen zu haben, es überkommt mich aber auch ein Hauch von Wehmut, wenn ich bedenke, dass es das letzte Mal ist, dass ich auf dem Motorrad am Rosa See ankommen werde. Damit wende ich das Blatt einer der schönsten Geschichten meines Lebens: die des Motorrad-Wettbewerbs…
2004
Région d'Auvergne-Dakar: Das Ende einer langen Durststrecke ohne Sieg : 5 Jahre. Ein Sieg, der auf sich warten gelassen hat, der erste in einem Auto, mit dem neuen Gefühl, diesen Erfolg mit jemandem zu teilen, Jean-Paul (Cottret), wohingegen es früher sehr persönliche Freuden gewesen sind. Und dann auch Zufriedenheit darüber, Mitsubishi zu beweisen, dass sie Recht hatten, mir zu vertrauen.
2005
Barcelona-Dakar: Ein schöner Zweikampf mit Luc (Alphand), unserem Teamgefährten bei Mitsubishi. Es gibt zwischen uns immer sehr viel Respekt. Im Finale gelingt es mir, ihn zu dominieren, aber erst am Ende eines tollen Duells und eines zu jedem Zeipunkt ausgetragenen Kampfes.
2007
Lissabon-Dakar: Schon wieder im Duell mit Luc. Am markantesten ist für mich jedoch, die Dakar zu gewinnen, nachdem ich auf der Piste zwei Mal die Kupplung wechseln musste. Dabei gehen mehr als 45 Minuten verloren, es war also sehr knapp, aber die technischen Talente von Jean-Paul haben den Unterschied ausgemacht, und letzlich gelingt es uns trotzdem zu gewinnen. Eine gewaltige Zufriedenheit über einen „echten Teamsieg“.
2012
Mar del Plata-Lima: Eine große Erleichterung nach einer weiteren „Wüstendurchquerung“ in 5 erfolglosen Jahren. Die Zeit, die es brauchte, um mit X-Raid ein „echtes“ Rennteam aufzubauen. Wir verlassen ein superstrukturiertes Team mit Mitsubishi und landen in einer ganz neuen Mannschaft, die nicht unbedingt an der Spitze rangiert: X-Raid. Wir haben 3 Jahre gebraucht, um alles neu zu aufzubauen, unsere Erfahrung beizusteuern, Meinungen abzugeben, Ideen einzubringen. Mit einem sehr offenen Sven Quandt, der unsere Ratschläge befolgt hat, und in diesem Jahr haben wir den Unterschied sehen können - zwischen der ersten Dakar mit ihnen und dem, was aus dem Team geworden ist, mit 8 gestarteten Autos, die alle ins Ziel gekommen sind. Und dann zudem unser erster Sieg in Südamerika, die Freude also auch, die Zähler aus der Arretierung zu bekommen…
Und wenn man nur einen von den zehn behalten könnte ?
Dann zweifelsohne den ersten bei den Motorrädern 1991! Denn als ich die Dakar begonnen habe, träumte ich von einer Teilnahme bei diesem Rennen, mit Auriol, Neveu und den anderen… und sie dann zu gewinnen war ein Riesenerfolg! Die Erfüllung eines Kindheitstraumes…
Diese ganz anderen Herausforderungen
Die Dakar stellt eine Herausforderung für all jene dar, die daran teilnehmen. Zuweilen aber verleiht das gewählte Fahrzeug oder der Kontext in der betreffenden Kategorie der erzielten Leistung noch ein besonderes Flair. Zur Stunde der Abrechnung in Lima können einige Fahrer durchaus den Eindruck haben, eine doppelt schwere Aufgabe erfüllt zu haben…
Die Dakar im Golf Cart !
Er hat das Feixen der Skeptiker gehört, in den Reihen bei den technischen Abnahmen oder an den ersten Tagen der Rallye. Doch die allgemeine Belustigung ist schon bald Anfeuerungen und schließlich Bewunderung gewichen. Auf der letzten Etappe hat Willy Alvarez sogar Akklamationen dafür geerntet, dass er die Dakar in einem Einsitzer-Buggy Polaris 900 RZR beendet hat, der dieses Jahr erst vom Team Xtreme Plus konstruiert worden ist: „Ich habe jede Menge Fesh-Fesh gefressen, und ohne Windschutzscheibe ist das nicht angenehm. Wir haben unter Beweis stellen können, dass er es bis zum Ende schaffen kann, und außerdem gewinne ich in meiner Kategorie vor Tim Coronel. Ich glaube, wir eröffnen mit dieser Art von Fahrzeugen einen neuen Weg.“
Eine erstklassige Premiere für Aubert
Enduro-Doppelweltmeister Johnny Aubert hat sich bei der Dakar nicht einfach nur auf die Probe stellen wollen. Er will 2013 sehr wohl eine zweite Karriere bei den Rallye Raids einschlagen und dabei kein Teilnehmer unter ferner liefen sein. Die Erkundung des Rennens war somit von entscheidender Bedeutung, um diese anfänglichen Absichten zu bekräftigen. Als 14. des Gesamtklassements in Lima, mit einer viertbesten Zeit bei einer der anspruchsvollsten Spezialetappen, ist der Lernprozess überaus effizient begonnen worden: „Ich fange an, es zu schnallen. Es bleibt noch viel Arbeit bei der Navigation, und das habe ich an dem Tag bemerkt, an dem ich als Vierter gestartet bin. Ich habe aber noch Zeit zum Lernen, aber es ist klar, dass meine Zukunft sich in der Rallye abspielen wird.“
Der 2. Abflug von Adam Malysz
Als lebende Legende im Skispringen hat der Pole Adam Malysz seine internationale Karriere im März 2011 an den Nagel gehängt und sich sogleich einer neuen Herausforderung gestellt: der Teilnahme an seiner 1. Dakar. Und wie jeder große Champion ist er sich der Schwierigkeit von sportlichen Spitzenleistungen bewusst und ist das Ganze erst einmal bescheiden angegangen, mit als einzigem Ziel, Lima zu sehen. Ein Ziel, das er erreicht, umgeben vom Glanz eines Rangs unter den Top 30 im Ziel. „Diese Dakar hat meinen Erwartungen genau entsprochen. Die ersten beiden Tage waren sehr schwierig, danach aber hat es mir sehr viel Spaß gemacht und ich habe unglaubliche Augenblicke erlebt, wie etwa die Durchquerung der Dünen in der Nacht. Ich werde ganz sicher wiederkommen. Dann aber mit einem besseren Auto, um mich auch dem eigentlichen Wettbewerb bei diesem Rennen zuzuwenden“.
Die Dakar im Elektroauto, es ist möglich !
Nachdem sie die Dakar mehrfach am Steuer von „herkömmlichen“ Autos beendet hatten, wollten sich die Letten Maris Saukans und Didzis Zarins 2012 einer historischen Herausforderung stellen: die härteste Rallye-Raid der Welt am Steuer eines zu 100% elektrisch angetriebenen Autos zu bestreiten. Eine gewagte Wette, die sie eingegangen sind, obwohl ihr Fall einer Entscheidung der Sportinstanzen unterliegt, die noch über fehlende Way points entscheiden müssen, auf welche die Offiziellen der Rallye hingewiesen haben. „Ziel war es einzig, es bis Lima zu schaffen, unser Soll ist somit erfüllt, um so mehr als wir keinerlei Schwierigkeiten mit dem Elektromotor an sich hatten. Die Panne an unserem Kühlsystem am zweiten Tag hat uns jedoch gezwungen, verspätet loszufahren und somit die meisten Etappen nachts zu fahren. Wir haben nicht viel geschlafen und sind oft erst morgens im Biwak angekommen. Aber den Beweis dafür zu liefern, dass es möglich ist, die Dakar im Elektroauto zu bestreiten, war dieses kleine Opfer wert!“
Miss Dakar, und zwar mit Stil
Sie war letztes Jahr eine fast perfekte Dakar gefahren, um dann als 39. und damit beste Frau ins Ziel zu kommen. Einmal war sie bei einem neuen Projekt mit dem Gas-Gas-Team und mit Marc Guash als Wasserträger dabei und hatte die Absicht, ihre Ambition zu bekräftigen und eine zweite komplette Dakar in einem neuen Umfeld anzuhängen. Trotz einer Verletzung an der Hand und des Verlustes ihres Teamgefährten unterwegs hat sich die katalanische Fahrerin einmal mehr auf den südamerikanischen Pisten und Dünen ausgezeichnet: „Die Umstände waren schwieriger als letztes Jahr. Ich bin gestürzt und habe mich an der Hand verletzt, und Marc hat aufgeben müssen. Ich habe die 6 letzten Etappen alleine bestritten, wodurch ich mehr an der Konzentration arbeiten musste. Ich beende die Rallye weniger müde und noch selbstsicherer im Hinblick auf nächstes Jahr.“
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