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    Étape 7 - Freitag 9. Januar 2009 | Mendoza > Valparaiso

    • Verbindung  80 km
    • Spezial 419 km
    • Verbindung 317 km

    Echos

    Alpe d’Huez nach argentinischer Art

    Schon beim Aufbruch vom Podium in Buenos Aires waren die Dakar-Teilnehmer und Begleiter verblüfft über die unwahrscheinlich große Menschenmasse, und die Freudenszenen am Eingang des Biwaks von Mendoza haben die Rallye-Akteure abermals in Erstaunen und Freude versetzt. Das Publikum, das beim Herannahen der Motorräder auseinanderströmte, erinnerte an eine Etappe der Tour de France beim legendären Aufstieg nach Alpe d’Huez, das Ganze mit unendlichem Respekt für die Helden der Dakar. Für andere war es eher wie beim Rennen Enduro du Touquet. «Es ist sogar noch schlimmer und einfach genial», war Thierry Bethys, dem Gewinner des namhaften Wettbewerbs im französischen Departement Pas-de-Calais, der Spaß deutlich anzuhören. Patrice Carillon nutzte den Moment, und ließ den Motor seiner KTM-Maschine sehr zur Freude der aficionados aufheulen. «Ich habe noch nie so viele Menschen in Mendoza gesehen», erklärte Ramon, 20 Jahre, mit einem Fotoapparat um den Hals und argentinischer Flagge in der Hand. Menuda fiesta!

    Motorrad

    Eine Geschichte von Jobard!

    Im beschaulichen Dorf La Junta erreichte Willy Jobard das Ziel der Wertungsprüfung, indem er sein Motorrad anschob: «Ich hatte den Sprit auf den vorderen und den hinteren Tank aufgeteilt, und habe dann nicht rechtzeitig gewechselt. Daher ging 100 Meter vor dem Ziel gar nichts mehr. Nur 100 Meter und meine Rechnung wäre aufgegangen.» Diesmal bleibt das Missgeschick ohne Folgen, aber einige Tage zuvor hat der Motorradpilot im Rennen mehrere Stunden eingebüßt. Nur der Hilfe eines argentinischen Zuschauers ist es zu verdanken, dass Willy eine vorzeitige Aufgabe erspart blieb: «Mein Hinterrad war vollkommen hinüber, und plötzlich ist ein Zuschauer auf mich zugekommen und hat mir gesagt, dass er daheim ein Motorrad habe, "Welches Motorrad?" "Eine Honda 600 XR" "Dann kannst Du mir vielleicht helfen"». Neunzig Minuten später kehrt der gute Samariter mit dem bekannten Zweirad zurück, die seit Ewigkeiten nicht mehr gefahren war. Dessen ungeachtet konnte die Reparatur über die Bühne gehen, und Willy seinen langen Weg ins Tagesziel fortsetzen: «Der Reifen war so alt, dass die Klammern auf dem Verbindungsstück eine nach der anderen flöten gegangen sind. Ich habe aber bis zum Schluss durchgehalten und meinen Retter am Abend wieder gesehen. Ich wollte ihn bezahlen, oder ihm einen Reifensatz schenken, doch wollte er nichts haben. Er war einfach nur froh, mir aus der Patsche geholfen zu haben.»

    Die beste Kittmasse der Welt!

    Das Team BMW X-Raid hat einen seiner Lastwagen für rasche Hilfsleistungen im Rennen verloren. Der auf der 6. Etappe mit erheblichen Problemen konfrontierte Guerlain Chicherit hat eine besonders vorteilhafte Alternativlösung gefunden, indem er argentinischen Zuschauern vertraute. Aufgrund eines großen Lochs im Kühler seines X3, das notdürftig mit der hauseigenen Paste repariert war, war Chicherit anfangs zu Stopps im 500-Meter-Rhythmus gezwungen, um seinen Kühlertank mit Wasser aufzufüllen. Auf diese Weise hat er etwa 100 Kilometer zurückgelegt, bis schließlich eine Fügung des Schicksals das Los des Teams zum Guten wendete. «Ein Zuschauer hat ein total verrücktes Produkt hervorgeholt und mir gesagt, ich solle es in Wasser eintauchen, um das Leck anschließend zu verkleben. Mathieu und ich haben uns dann gesagt, «dass wir dieses Zeug lieber nicht an unseren Wagen ranlassen wollen», bevor wir unser Glück dann doch versucht haben. Und tatsächlich hat es auf den letzten 100 Kilometern tadellose gehalten. Er hat uns das Rennen gerettet, und ich kenne nicht einmal seinen Namen! Dieser Mechaniker ist ein Genie.»

    Mendoza tierra de futebal

    Auch wenn die Ergebnisse des Fußballklubs Sportivo Godoy Cruz, der einzigen Mannschaft aus der Provinz Mendoza in der ersten argentinischen Liga, keinen Anlass zu Begeisterungsstürmen geben (Platz 12 der letzten Meisterschaftsrunde), bleibt Mendoza dennoch eine Hochburg der schönsten Nebensache der Welt. Das haben die Dakar-Teilnehmer beim Zugang zum Biwak gemerkt, wo ein breites Schild daran erinnert, dass an dieser Stelle 1978 einige Begegnungen der Weltmeisterschaft ausgetragen wurden. In einigen hundert Metern Entfernung befindet sich tatsächlich das Estadio Mendoza. Interessanterweise wurde in diesem weiten Rund das 1000. Tor bei einer Weltmeisterschaft erzielt. Torschütze war der Niederländer Robert Rensenbrink beim 3:2-Sieg von Oranje über Schottland.