Étape 3 - Montag 5. Januar 2009 | Puerto Madryn > Jacobacci
- Verbindung 70 km
- Spezial 551 km
- Verbindung 73 km
Film zur Etappe
Despres zollt Reifen Tribut, Al Attiyah kontert

Während Marc Coma eine zweite Etappe bei der Dakar 2009 gewinnt und in der Gesamtwertung davonzieht, fällt Cyril Despres im Generalklassement weiter zurück, nachdem er auf der gesamten Wertungsprüfung mit Reifenproblemen zu kämpfen hatte. Bei den Autos fährt Nasser Al Attiyah die beste Zeit des Tages heraus und nähert sich Carlos Sainz, der das Rennen weiterhin anführt.
Zwischen Cyril Despres und Marc Coma hieß das Spiel oftmals «ein Tag für dich, und ein Tag für mich». Was der Spanier allerdings auf der dritten Wertungsprüfung der Dakar abgeliefert hat, scheint aber darauf hinzudeuten, dass ab heute nicht mehr viel für die anderen übrig bleibt. Despres hat vielleicht gelernt, sich in Geduld zu üben, und bewiesen, dass Ausdauerrennen immer erst nach der vollen Länge gewonnen werden, doch verdrängen ihn die Folgen seiner anhaltenden Reifenprobleme sogar von den Rängen, von wo aus er gegebenenfalls von einem Einbruch seines Dauerrivalen profitieren könnte. Nach seiner Pechsträhne des Tages liegt der Titelverteidiger 1h32’50’’ hinter Coma, der auf der Piste immer noch so schnell unterwegs ist und vor allem von technischen Problemen verschont geblieben ist.
Folglich geht die Außenseiterrolle im Rennen auf David Frétigné über, den "Kleinen mit dem Entschluss, die Großen zu ärgern". Am Steuer seiner Yamaha 450ccm, sorgt Fretos weiterhin für Erstaunen, Verwunderung, und profitiert von den Ausfällen auf der Strecke. Sicherlich kann man sich angesichts des Abstands zwischen ihm und Marc Coma von 39’11’’ nur schwer ausmalen, wie er in Schlagdistanz kommen könnte, doch nimmt sein Ziel eines Podiumsplatzes allmählich Konturen an. Im Kampf um seinen Platz in den Top 3 kristallisieren sich die Namen seiner Rivalen von Tag zu Tag deutlicher heraus: Frans Verhoeven, gestriger Etappensieger, vervollständigt das vorläufige Spitzentrio und gehört zu den Piloten, die man auf der Rechnung haben muss. Rechnen muss man ebenso mit Pal-Anders Ullevalseter, dem zweitschnellsten Piloten des Tages, gleichauf mit Viladoms (aber immerhin 17’49’’ hinter Coma!).
Reifengeschichten haben auch das Geschehen an der Spitze des Autorennens belebt, da der schnellste Mann des Tages tatsächlich infolge einer Reifenpanne einen kurzen Pitstop eingelegt hat, bevor er sich anschickte, seinen zweiten Sieg bei einer Wertungsprüfung in diesem Jahr unter Dach und Fach zu bringen. Nasser Al Attiyah, der doch tagtäglich verspricht, keinen Bleifuß zu entwickeln, hat zu einer teilweise einträglichen Gegenoffensive auf den 551 Kilometern der Wertungsprüfung geblasen. Der am Morgen als siebter Pilot gestartete Katari hat nacheinander seinen argentinischen Teamgefährten Orlando Terranova, dann Mark Miller, den Polen Holowczyc und den durch ein Spritleck aufgehaltenen Luc Alphand überholt.
Insgesamt macht der BMW des Tagessiegers 35’’ auf Carlos Sainz gut, der im Ziel die zweitbeste Zeit herausfährt. Der Spanier behauptet die Führung in der Gesamtwertung mit 3’40’’ Vorsprung auf Al Attiyah und 5’45’’ auf De Villiers. Stéphane Peterhansel, erster Mitsubishi-Pilot, folgt dem Spitzentrio mit einem Rückstand von 8’47’’.
Im Rennen der Autos aus der Production-Kategorie zeichnet sich ein Duell zwischen den beiden Toyota-Piloten Nicolas Gibon und Jun Mitsuhashi ab, die in der Tageswertung auf Position 31 bzw. 32 gelandet sind, wobei der Zeitabstand nach 550 Km Wertungsprüfung lediglich 7’’ betrug. In der Gesamtwertung liegt der Japaner 21’ vor Gibon.
Zu einer ähnlichen Gegenoffensive wie Al Attiyah bläst Wladimir Chagin, der in diesem Jahr seinen ersten Sieg bei einer Lastwagen-Wertungsprüfung feiert. Der an vierter Position gestartete «Zar» hat auf seinem Weg die Trucks von Van Vliet, Kabirow, und schließlich von Gerard De Rooy überholt. Der Führende der Gesamtwertung wird zwar noch nicht unmittelbar von Chagin bedrängt, spürt aber dennoch zusehends den Atem der Kontrahenten von Kamaz in seinem Nacken, da die drei russischen Lastwagen im Wettbewerb nun seine ärgsten Verfolger sind.
