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Étape 15 - Sonntag 18. Januar 2009 | Buenos Aires

Echos

Premiere für "Betty"

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Als Kettenanhänger trägt Elizabeth Kraft ein Gebilde aus drei Minisandblechen. Ein nicht unbedingt gewöhnliches Schmuckstück für eine Tierärztin, das ihr im Ziel der Gazellen-Rallye überreicht wurde, bei der sie die Marathonrallye für sich entdeckte. Dies war der Anfang einer persönlichen Reise, die sie drei Jahre später zur Dakar bringen sollte. Nach zwei Wochen eines alles fordernden Rennens ist sie die erste Frau, die eine Dakar auf einem Quad beendet. Unter den 13 Quad-Fahrern im Ziel platzierte sich „Betty“ auf dem 8. Rang, während die anderen beiden Mädels unterwegs aufgeben mussten. „Mein Ziel war, die erste Frau zu werden, die die Dakar mit dem Quad beendet, und dabei wollte ich auch noch ein paar Jungs hinter mir lassen. Und beides ist mir gelungen. Aber ganz ehrlich, ich habe dermaßen gelitten, dass ich verstehe, warum es vorher keiner gelungen ist! Es gab einen Tag, an dem ich 25mal kurz davor war aufzugeben.“

Hidalgo auf bekanntem Terrain

Es gibt Gesichter, von denen man nicht erwartet, sie im Biwak der Dakar zu sehen. Und dennoch ist Michel Hidalgo für die Rallyeveteranen kein unbeschriebenes Blatt. Der ehemalige Trainer der französischen Fußballnationalmannschaft bestritt die Rallye vor gut 20 Jahren: „Das war 1991 mit Thierry Delli-Zotti und es bleibt bis heute eine außergewöhnliche Erinnerung. Das war für mich eine neue Welt. Wir belegten am Ende den 21. Rang, aber ich habe nicht viel dazu beigetragen. Ich habe mich darauf beschränkt, Thierry zu essen zu geben“, erklärt der Trainer, der die „Blauen“ 1984 zum Europameistertitel führte. „Meine Frau wollte nicht, dass ich noch einmal teilnehme. Damals gab es noch keine Handys und sie hat sich Sorgen gemacht.“ Aber er hat nie aufgehört, die Dakar in den Medien zu verfolgen. Und in Argentinien ist er endlich wieder vor Ort dabei, in dem Land, in dem er erstmals mit der französischen Nationalmannschaft an einer Weltmeisterschaft teilnahm. „Die Leidenschaft hat mich nicht mehr losgelassen.“ Heute ist er der „Dakarpate“ von Isabelle Patissier: „einer Mordsfrau“.

Lokalmatador Patronelli

Die Rallye Dakar in Südamerika war gleichzeitig ein Fest für das Publikum und eine Herausforderung für die südamerikanischen Fahrer. Natürlich sind noch nie zuvor so viele Argentinier und Chilenen bei der Rallye gestartet, mit unterschiedlichen Ambitionen, die in den wenigsten Fällen den tatsächlichen Ergebnissen im Ziel entsprachen. Bei den Motorrädern trat Francisco Lopez berechtigterweise als Favorit auf den Titel an, musste aber schnell alle Hoffnung fahren lassen und sich am Ende mit einer gewonnenen Sonderprüfung, gefolgt von einem Bad in der Menge seines Heimatlands, zufrieden geben. Die Brüder Felipe und Jaime Prohens sind mit dem 16. und 40. Platz am Ende die besten Vertreter ihres Lands. Vier argentinische Motorradfahrer kamen in Buenos Aires ins Ziel, mit Aurelio Junco Andres an der Spitze (60.). Bei den Autos war Orlando Terranova lange Zeit Anwärter auf eine Platzierung unter den Top 5, aber seine Eilfertigkeit beendete seine Teilnahme auf der 10. Etappe frühzeitig. Eine weitere Enttäuschung unter den regionalen Startern erlebte Eliseo Salazar, der zwar ins Ziel kam, die Rallye aber auf dem 88. und drittletzten Platz beendete! Die beachtlichste Leistung unter den regionalen Fahrern zeigte der Argentinier Patronelli. Bei seiner ersten Dakarteilnahme fuhr der junge Firmenchef in der Kategorie Quad auf den zweiten Platz mit 2h34’ Abstand auf den quasiunfehlbaren Josef Machacek: „Wenn ich mir alles in Erinnerung rufe, was passiert ist, kann ich es kaum realisieren. Während des gesamten Rennens habe ich einfach nur Etappe für Etappe funktioniert. Und nach der Hälfte ungefähr bekam ich langsam Selbstvertrauen.“

Premiere für Bernat-Salles

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Er wechselte vom Rugby zur Rallye Dakar, wo er die gleiche sportliche Begeisterung an den Tag legte. Seine erste Dakarteilnahme am Steuer eines Bowler mit Gilles Lafeuillade an seiner Seite und gleich ein erster Erfolg! Philippe Bernat-Salles beendet seine erste Dakar bei 40 Grad unweit von Rosario. Als er im Ziel der letzten Wertungsprüfung sein Auto mit der Nummer 412 abstellt, stürzen seine Freunde aus dem Béarn auf ihn zu: Mit der Fahne in der Hand, aber auch einem kühlen Bier. Der frühere Außenstürmer der Nationalmannschaft grüßt alle und zündet sich feierlich die Zigarette danach als Belohnung für die getane Arbeit an. Einige Züge und Fotos später spricht er über seine Erfahrungen: „Ich bin zufrieden, im Ziel angekommen zu sein. Ich freue mich für Gilles und dieses hoch motivierte Team 100% Sud Ouest. Sie haben zwei Jahre lang für dieses Projekt gearbeitet! Auf mir lastete plötzlich diese Verantwortung, das Auto ins Ziel bringen zu müssen. Wenn man Sport betreibt, kämpft man immer für irgendetwas, aber diese Teilnahme ist für mich zuallererst eine menschliche Erfüllung. Es ist ein Zusammenspiel vieler Faktoren: All die Freiwilligen, die die ganze Nacht durcharbeiten, und wenn du vorbeikommst, haben sie immer ein Wort für dich übrig, eine kleine Aufmerksamkeit. Wenn ich kann, komme ich wieder.“ Sein Co-Pilot Gilles Lafeuillade, Stammgast bei der Dakar, schwebt ebenfalls im siebten Himmel: „Wir haben es in der großen Etappendüne auf den 25. Platz in der Scratch-Wertung geschafft! Wir haben Großes geleistet, mit einigen sehr dakarhaften Einlagen, zum Beispiel als wir zwei Tage vor Valparaiso mitten in der Nacht das Getriebe gewechselt haben.“ Philippe Bernat-Salles belegt am Ende den 71. Rang.