Étape 14 - Sonnabend 17. Januar 2009 | Cordoba > Buenos Aires
- Verbindung 224 km
- Spezial 227 km
- Verbindung 341 km
Film zur Etappe
Coma als Conquistador, De Villiers mit Schneid


All jene, welche die Dakar in Afrika gewohnt waren, haben sicher noch die letzte, knapp hundert Kilometer lange Sonderprüfung „rein zum Spaß“ am Lac Rose in Erinnerung. Jene, die in der Provinz Santa Fe in Richtung von Rosario, der Geburtsstadt eines gewissen Ernesto Guevara, ging, war weit mehr als nur eine letzte, einfach zu überwindende Hürde. Beim Motorrad-Rennen hat Marc Coma Spanien in aller Ruhe einen dritten Gesamtsieg beschert, seinen zweiten persönlichen. Die letzte Etappe der Dakar 2009 sicherte sich der Portugiese Helder Rodrigues.
Bei den Autos erfährt Giniel De Villiers endlich die höchste Ehrung, nachdem er sich mehrere Jahre der Dominanz der Mitsubishi fügen musste. Bei der 31. Ausgabe hat Volkswagen nun die siegreiche Formel gefunden: der Race Touareg ist der erste Diesel, der sich bei der größten Rallye Raid durchsetzen kann, und dies noch verstärkt durch den zweiten Platz für den VW von Mark Miller. Der Südafrikaner erringt diesen Sieg mit Stil, indem er bei der letzten Sonderprüfung erneut die Bestzeit erzielt. Robby Gordon und sein Hummer vervollständigen ein zu 100% englischsprachiges Siegerpodest.
227 km SonderprĂĽfung trennten Marc Coma von einer zweiten Krone bei der Dakar. Der Spanier hat auf den technischen und schnellen Pfaden zwischen Cordoba und Buenos Aires nicht nachgelassen. Drei Jahre nach seinem ersten Triumph im Senegal, auf der anderen Seite des Ozeans, ist der Katalane der erste Sieger der Dakar auf dem sĂĽdamerikanischen Kontinent geworden.
Nach seinem Start gleich hinter seinem Hauptverfolger Cyril Despres, genau wie an den beiden vorangehenden Tagen, hat der Fahrer vom Team KTM Repsol seine Maschine und vor allem seine Reifen geschont, um dann mit einem diskreten Lächeln die Ziellinie zu überfahren. Sein Widersacher in der Gesamtwertung und Titelträger hat ihm einmal mehr ein wenig von der bei den 3 ersten Etappen verlorenen Zeit (mehr als 1,5 Stunden) abgenommen, die sich somit als entscheidend im Hinblick auf den Gesamtsieg erwiesen haben; er ist an der Spitze gefahren und hat auf den Führenden wieder 2’25“ gutmachen können.
Der heutige Etappensieg sollte aber von zwei Fahrern umkämpft werden, die beide noch Aussichten auf den fünften Platz in der Gesamtwertung hatten: Helder Rodrigues und Pal Anders Ullevalseter, die vor dem Start nur durch 44’’ getrennt waren. Ersterer gelangte mit einem minimalen, aber wertvollen Vorsprung von 3“ zur ersten Kontrollstelle CP 1 (km 88). Der Vorsprung des Portugiesen sollte daraufhin gegenüber dem Norweger mit seinem zunehmend in Mitleidenschaft gezogenen Hinterreifen beständig anwachsen. Zwei Jahre nach seinem Sieg im mauretanischen Nema errang Rodrigues nunmehr seine dritte Etappe bei der Dakar, letztlich mit 2’07“ vor Ullevalseter und 2’41“ vor Despres.
In der abschließenden Gesamtwertung siegt Marc Coma bei den Motorrädern letztlich mit einem komfortablen Vorsprung von 1h25’ auf Despres. David Frétigné beendet die Rallye auf seiner kleinen Yamaha 450cc mit einem Rückstand von 1h37’ auf einem hervorragenden dritten Platz.
Bei den Autos war die Spannung hinsichtlich des Gesamtsieges zu Beginn der letzten Sonderprüfung nur noch begrenzt vorhanden, die von Volkswagen diktierte Stallorder war bereits am Vortag strikt eingehalten worden. Außer einem groben und unwahrscheinlichen Fahrfehler oder einer technischen Panne konnte eigentlich nichts mehr Giniel De Villiers an seinem ersten Gesamtsieg bei der Dakar hindern. Doch der südafrikanische Fahrer setzte dennoch auf ein kalkuliertes Risiko, nur um seinem in diesem Jahre bereits überzeugenden Rennverhalten noch das nötige Quentchen Stil hinzuzufügen.
Der Sieg bei der Sonderprüfung bei Rosario – als letzte noch zu vollbringende Ruhmestat – hat Guerlain Chicherit dazu bewogen, das Rennen so schnell abzuschließen, wie er es begonnen hatte. Nur wollte er diesmal die Räder unterhalb des Schwerpunkts seines X3 halten… Seine Bemühungen wurden mit der Bestzeit bei CP 1 belohnt, doch hat sich der führende Mann bei diesem Rennen danach durchgesetzt. Bei den folgenden Zeitmessungen hatte sich De Villiers dann mit Leonid Novitskiy und Krzysztof Holowczyc auseinanderzusetzen. In voller Kontrolle der Situation hat der Südafrikaner, der sich auf kurvenreichen und schnellen Pisten genauso heimisch fühlt wie im Sand, auf sein natürliches Talent gesetzt. Mit einem vierten Etappensieg in diesem Jahre, dem zwölften seiner Laufbahn bei der Dakar, hat De Villiers seinen Vorsprung gegenüber seinem Teamgefährten Mark Miller noch ausgebaut, der letztlich mit 8’59“ Rückstand Platz 2 in der Gesamtwertung erreicht hat.
Nicolas Gibon hat um seine Führung in der T2-Kategorie nicht sehr zittern müssen. An diesem letzten Tag des Rennens hat der junge Toyota-Fahrer erneut die Bestzeit in der Kategorie « Production » erzielt. Mit seinem 14. Rang in der Gesamtwertung beendet Gibon in aller Ruhe sein Fernduell mit Xavier Foj, der die Große Schleife mit mehr als einer Stunde Rückstand absolviert hat.
Die letzte Sonderprüfung hätte ebenfalls durch die Stallorder im Kamaz-Clan gelenkt werden können, mit der Perspektive, Wladimir Chagin mit dem alten Rekord von Karel Loprais mit sechs Siegen gleichziehen zu sehen. Die russische Firma hat die beiden dies aber auf der Piste austragen lassen. Die Realität des Terrains hat Firdaus Kabirow Recht gegeben, der die beste Tageszeit aufgestellt und damit seine vierte Etappe in diesem Jahr gewonnen hat. Dadurch hat er auch die Gesamtführung behalten. Mit einem Vorsprung von 3’39“ auf Chagin gewinnt Kabirow seine zweite Dakar nach 2005. Der „Zar“ wird warten müssen…
