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    Étape 12 - Donnerstag 15. Januar 2009 | Fiambala > La Rioja

    • Verbindung  4 km
    • Spezial 253 km
    • Verbindung 261 km

    Echos

    Das Dach der Dakar

    Infolge der abgesagten Wertungsprüfung hatten die Dakar-Teilnehmer Zeit, die Landschaften der Andenkette zu bestaunen. Auf dem 500 Km langen Anschlussstück Richtung Fiambala erreichte der Dakar-Tross seinen Höhepunkt in 4700 Metren Höhe auf dem Paso San Francisco. Einfach nur eine Augenweide für die einen, eher schwer verdauliche Kost für die anderen, denen die Höhenluft der Berge nicht bekommt. «Ich hatte starke Kopfschmerzen», erklärt der Motorradpilot David Casteu, für den es seit Rallyebeginn knüppeldick kommt. Als Vorletzter der Gesamtwertung der Motorräder gab Kemal Merkit zu, er habe sich „wie im Tiefschlaf, sicher wegen der Höhe“ gefühlt. Der an den Anblick der Marseiller Sehenswürdigkeit La Canebière gewöhnte Luc Pagnon gab sich eher gelassen: „Es reicht mir schon, dass ich auf dem Wasser seekrank werde, daher bin ich froh, dass ich keine Probleme mit der Höhe habe.“ Der Waliser Craig Bounds kämpfte mit ganz anderen Problemen: „Ich habe da oben bitterlich gefroren.“ Die Teilnehmer mussten vielleicht die eine oder andere Unannehmlichkeit in Kauf nehmen, aber auch die Maschinen verhielten sich anders als im Flachland: „Es kam mir so vor, als würde ich ein Mofa steuern“, meint Casteu. „Ich bin im dritten Gang geblieben, weil es mir so sehr an Power fehlte“, erklärt Bounds. Ganz im Stile von Nani Roma haben viele angehalten, um einige Erinnerungsfotos zu schießen.

    Recycling bei Mitsubishi

    Was passiert mit den Autos der ehemaligen Dakar-Gewinner, sobald ihre Aufgabe nach einer oder zwei Laufzeiten im Dienste des offiziellen Rennstalls erfüllt ist? Im Zuge der technologischen Entwicklung verlieren sie meistens jegliche Siegchance, wobei sie dennoch ehrenwerte Piloten über die Dakar-Pisten transportieren können. Die japanische Marke trennt sich regelmäßig von ihren Prototypen, die mit einem Ersatzteilbestand verkauft werden. Für einen Pajero Version MPR 10 muss man zwischen 250 000 € und 300 000 € ausgeben. Dieses Modell hatte beispielsweise Masuoka 2003 zum Gesamtsieg geführt. Diese Entscheidung hat Alexey Berkut getroffen, der nach der Etappe von Copiapo in der Gesamtwertung Rang 29 belegt. Der ehrgeizigere Guilherme Spinelli hatte über 650 000 € in einen MPR 13 investiert, hinter dessen Steuer 2007 noch Masuoka saß. Bei der diesjährigen Auflage war der Brasilianer just in die Top 10 vorgestoßen, als seine Rallye nach einer Serie von Überschlägen bei der 6. Wertungsprüfung ein jähes Ende nahm. Letztlich schneidet Miroslav Zapletal unter den Piloten der 5 „ehemals offiziellen“ Autos am besten ab: Drei Etappen vor der Schlussankunft rangiert der Tscheche auf Position 11, am Steuer eines Pick-up L202, den Carlos Sousa bei der Dakar 2003 fuhr.

    Die Stunde des Quads

    In diesem Jahr sind 25 Quads bei der Dakar in Buenos Aires an den Start gegangen, wohingegen bei früheren Auflagen in dieser Kategorie bestenfalls ein gutes Dutzend Starter gemeldet waren. Die neuerliche Begeisterung für diese erstaunlichen Maschinen mag verblüffen, doch beweist die Erfahrung auf der Piste, dass die Quads zur Dakar passen, ungeachtet der Tatsache, dass sie nicht so schnell vorankommen. Nach zehn Renntagen ergibt eine rasche Berechnung, dass die Aufgabequote auf dem Quad nicht so hoch ausfällt wie bei den Motorrädern: 14 gehen in Fiambala noch an den Start (56 % des Gesamtfeldes), während bei den Motorradpiloten nur noch 118 von 217 dabei sind (53 %). Allem Anschein nach werden die Quad-Piloten auch zusehends konkurrenzfähiger, der der Erstplatzierte von ihnen, Josef Machacek, bei der letzten Dakar-Ankunft Rang 65 der Motorradwertung belegte, während er mit Blick auf seine aktuelle Zeit auf Platz 45 der Rangordnung landen würde.

    Die Tour-Kumpane

    Anfangs waren sie zu dritt… Nun liegen sie nur noch zu zweit im Rennen. Aber schon diese Zahl ist erstaunlich. Die große Dakar-Familie ähnelt ein wenig derjenigen der Tour de France. Fabrice Roche, Patrick Sireyjol und Thierry Magnaldi, allesamt Piloten der Motorrad-Kameramänner auf den Straßen des prestigeträchtigsten Radrennens der Welt, waren beim Auftakt der Rallye in Buenos Aires an den Start gegangen. „Fabrice Roche hat daraus seinen Beruf gemacht und mich anschließend unter seine Fittiche genommen, erklärt Sireyjol. Seither habe ich bei zwei Tour-Auflagen mitgewirkt, und bei der Dakar schenken mir die Kameraleute von France Télévisions, übrigens die gleichen wie bei der Tour, besonders viel Aufmerksamkeit.“ Zwar musste Motorradpilot Fabrice Roche wegen einer Brustverletzung aus dem Rennen aussteigen, doch seine beiden Kumpane sind in der Autowertung weiterhin dabei und gar nicht mal so schlecht unterwegs. Sireyjol, an Bord eines Bowler, liegt auf Position 14, Magnaldi mit seinem Buggy Gache auf Platz 24. „Am Abend erzählen wir uns, wie unser jeweiliger Tag verlaufen ist“, so ‘Magna’. „Wir hatten alle unsere kleine Pechsträhne. Es gibt keinerlei Rivalität, aber bei der nächsten Tour könnte etwas Spott aufkommen.“