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    Étape 10 - Dienstag 13. Januar 2009 | Copiapo > Copiapo

    • Verbindung  20 km
    • Spezial 670 km

    Film zur Etappe

    Viladoms am Cleversten unterwegs, Sainz zieht davon

    Die längste Sonderprüfung der Dakar musste letztlich wegen weicher Sandkonsistenz verkürzt werden. Auf den verbleibenden 476 Kilometern der Strecke kamen die Starter nichtsdestotrotz in den Genuss der überwältigenden Dünen der Atacamawüste und großer Navigationsschwierigkeiten. Bei den Zweirädern profitierte Jordi Viladoms von der Einschätzung der Testfahrer und sicherte sich seinen ersten Sieg bei einer Wertungsprüfung der diesjährigen Auflage. Marc Coma, der am Hinterrad von Despres klebte, führt weiter in der Gesamtwertung. Bei den Autos holte sich Carlos Sainz seinen sechsten Wertungssieg 2009 und bekräftigte seine Überlegenheit, auch auf Sand. Bei den Lastwagen zeigte sich Vladimir Chagin weiterhin dominant und sicherte sich seinen vierten Wertungssieg.

    Unter leicht bewölktem Himmel starteten die Motorradfahrer auf die 10. Etappe dieser Rallye, eine große Schleife mit Start und Ziel im wunderschönen Biwak in Copiapo. Als fünfter Starter brauchte Cyril Despres gut 100 Kilometer, um zu den vier aufzuschließen, die vor ihm auf die Strecke gegangen waren: Verhoeven, Frétigné, Coma und Lopez. Der Titelverteidiger legte an den ersten vier Messpunkten jeweils Bestzeit ab.

    Das Blatt sollte sich jedoch ab Kilometer 300 radikal wenden. An der Spitze liegend, führte Cyril Despres seine Verfolger Coma und Lopez auf eine falsche Fährte. Folge: Viladoms und Duclos, die später gestartet waren, profitierten von der Situation und holten sich bei Kilometer 423 die besten Zeiten mit einem sauberen Vorsprung auf die Führenden des Gesamtklassements.

    Es blieb noch der schwierigste Dünenabschnitt, der aber auf das Duo an der Spitze keine Wirkung zeigte. Jordi Viladoms, der vor zwei Jahren die Etappe von Zouerat gewann, setzte sich durch und verbuchte seinen zweiten Sieg bei einer Wertungsprüfung der Dakar. Er siegte mit 1’06 Vorsprung auf den Franko-Malier Alain Duclos und 8’29 auf den Portugiesen Helder Rodrigues.

    In der Gesamtwertung hält sich Coma trotz der zögerlichen Navigation des Franzosen weiterhin vor Despres. Der Katalane verliert 3’37 auf den zweifachen Sieger der Dakar, macht aber Boden gegenüber David Frétigné gut, der mittlerweile 1h24 Abstand auf den Erstplatzierten hat. Der Yamaha-Pilot hatte ebenfalls Gelegenheit, gründlich auf Abwege zu gehen. Despres hat 1h31 Abstand auf den katalanischen Gesamtwertungsführenden.

    Nach einer glänzenden Leistung am Vortag hätte man die Schleife um Copiapo als ultimativen Test für Carlos Sainz sehen können, der sich selbst immer als Anfänger auf Sand bezeichnet. Gerade auf diesem ihm wenig vertrauten Terrain schrieb er jedoch ein neues Kapitel Rallyegeschichte, indem er sich den 15. Wertungssieg seiner kurzen Karriere holte. Unter den neun Fahrern, die mindestens ebenso viele Etappensiege wie er für sich verbuchen können, ist Sainz der einzige, der die Dakar niemals gewonnen hat.

    Die heutige Vorstellung könnte durchaus dazu beitragen, diesen Umstand zu ändern. Abgesehen von seinem vierten Sieg in Folge hat Carlos Sainz seinen Vorsprung in der Gesamtwertung ausgebaut und hält seinen ärgsten Rivalen, den Teamkollegen Mark Miller, mit 27 Minuten Abstand auf solider Distanz. Giniel De Villiers wiederum verlor wertvolle Minuten in der Talsohle einer Düne und darf angesichts der Überlegenheit des „Matadors“ ebenfalls an Abdankung denken. Joan „Nani“ Roma, durch eine drohende Motorüberhitzung seines Lancer ausgebremst, kann mit 1h13’ Abstand auf Sainz kaum mehr als einen vierten Platz erhoffen.

    Nach einer Rennwoche, in der sich die Spreu vom Weizen trennte, ist nun vielleicht die Zeit gekommen, die Galerie der Etappensieger um neue Gesichter zu erweitern. Dies war ganz sicher die Denke, die Orlando Terranova beim Start in Copiapo beflügelte. Der Argentinier, der oft unter die ersten Drei fuhr, aber noch keinen Sieg für sich verbuchen konnte, zog mit seinem X3 von Anfang an zügig los und hatte an den ersten beiden Messpunkten jeweils die beste Zeit. Aber wie es gelegentlich im Team X-Raid vorkommt, verwechselte auch „Orli“ Geschwindigkeit und Hast: Nach einem Ausflug in die Botanik und einigen Überschlägen bei Kilometer 180 war der Traum von einem ersten argentinischen Etappensieg bei der Dakar ausgeträumt. Robby Gordon, der schon drei Wertungssiege bei der Dakar sein eigen nennt, konnte sich 2009 noch bei keiner Etappe durchsetzen. Nachdem er seinen Tag damit verbrachte, Sainz zu verfolgen und sogar bei den letzten beiden Zeitmesspunkten Bestzeit absolvierte, verpasste er sein Ziel um 21’’. Die Gelegenheiten werden jetzt wohl seltener werden.

    Da die klimatischen Bedingungen den Sand sehr weich hatten werden lassen, wurde die Wertungsprüfung der Lastwagen verkürzt und endete bei Kilometer 425, d.h. vor dem letzten schwierigen Dünenabschnitt. Die Leistungssteigerung des Vladimir Chagin bestätigte sich auf der Schleife von Copiapo. Der fünffache Sieger der Rallye holte sich auf dieser Etappe seinen vierten Wertungssieg dieses Jahres, den 47. seiner Karriere. Im Finale schlug er den Niederländer Gerard De Rooy mit 1’44 Vorsprung und seinen Kamaz-Teamkollegen Firdaus Kabirov mit 3’56.

    Mit über einer halben Stunde Vorsprung auf seinen Verfolger Kabirov arbeitet sich der Zar weiter an den Rekord von sechs Siegen heran, den Karel Loprais aufgestellt hat.