Étape 1 - Sonnabend 3. Januar 2009 | Buenos Aires > Santa Rosa de la Pampa
- Verbindung 196 km
- Spezial 371 km
- Verbindung 166 km
Film zur Etappe
Coma, alleine in der Pampa, BMWs in alle Richtungen
Wenn der Sieg von Marc Coma bei der ersten Etappe auch vorhersehbar erschien, so hat das Ausmaß seines Erfolges und der Zusammenbruch unter den Favoriten für die Motorradwertung alle Prognosen weit übertroffen. Despres und Casteu haben die Dakar vielleicht schon verloren. Bei den Autos gab es für BMW sowohl den Erfolg – mit Nasser Al Attiyah – als auch die Enttäuschung – mit dem Unfall von Guerlain Chicherit, der allzu schnell ins Rennen gegangen ist.
Bei der Coma-Methode gibt es kein Zögern. Sie scheint sich seit der Dakar 2007 sogar noch gefestigt zu haben, als er sich bei den ersten beiden entscheidenden Etappen in Marokko – in Er Rachidia und in Ouarzazate - mit fast schon unverschämtem Vorsprung gegen all seine Verfolger durchgesetzt hatte. Bei der Eröffnungsetappe der 31. Ausgabe der Dakar hat der Spanier schon eine große Kluft zu seinen Konkurrenten entstehen lassen, wodurch sein inoffizieller Status als schnellster Fahrer der Welt bestätigt wurde. Nach seinem Start hinter dem Titelträger Cyril Despres erzielte der Sieger von 2006 schon die beste Zwischenzeit nach 134 Rennkilometern mit 1“ Vorsprung. Vor allem aber nachdem er zu Despres aufgeschlossen und diesen schließlich überholt hat – kurz nach der Passage bei CP 3 (km 248), nahm die Demonstration ihren Anfang. Auf den 123 km langen, geradlinigen Pisten, die er noch zu absolvieren hatte, konnte Coma seine Stärke voll ausspielen: auf der lang gezogenen Linie von San Saladillo musste man mehr als eine halbe Stunde warten, bevor der erste seiner Verfolger auftauchte. Schließlich war es Jacek Czachor, der die zweitbeste Zeit erzielte, mit der Art von Rückstand, die selbst die hartgesottensten Kämpfer erbleichen lässt: mehr als 22 Minuten.
Man weiß nie wirklich, ob solche Aussetzer zu Beginn eines Rennens letztlich entscheidend sind. Doch die Lage war – im Hinblick auf den Gesamtsieg - noch nie so kritisch für Cyril Despres. Der Franzose, der sich vor dem Start bei der Wahl der richtigen Reifen für dieses Jahr nicht sicher war, hat vielleicht eine ansatzweise Antwort bei dieser ersten Etappe erhalten: er hat die Ziellinie mit dem Hinterreifen auf der Felge und einem Rückstand von 41 Minuten auf Coma erreicht! Das Unglück der anderen ist nur selten ein Trost für eigenes Missgeschick, doch David Casteu, ein ernst zu nehmender Herausforderer auf den Titel, hat ebenfalls Reifenprobleme gehabt.
Nachdem sein Bib Mousse explodiert ist, war er gezwungen, zum CP 2 zurückzukehren, wo einer seiner Teamgefährten, Emanuel Gyenes, ihm sein Hinterrad abgetreten hat. Insgesamt ist dadurch ein Rückstand von 1h01’53“ entstanden, die er auf den 13 verbleibenden Etappen aufholen muss, wenn er sich noch Hoffnungen auf den Sieg machen möchte.
Der Tag hat sich auch für einen der um die Spitze mitfahrenden Fahrer in der Autowertung zur Katastrophe gewendet, denn Guerlain Chicherit, der beim CP 3 noch die schnellste Zeit erzielt hatte, hat jedwede Aussicht auf ein tolles Ergebnis für die Etappe – und längerfristig wohl auch für die Gesamtwertung – verspielt, nachdem sich sein Wagen bei km 277 überschlagen hat. Die Strafe ist nicht so endgültig wie für Dieter Depping, der auf den ersten 250 Kilometern auch sehr schnell unterwegs war, dann aber Elektronik-Probleme an seinem VW Race Touareg hatte. Er beendete die Etappe mit einer Stunde Rückstand auf Nasser Al Attiyah, dessen Sieg das Team X-Raid jedoch wohl kaum zu trösten vermag. Dennoch erzielt der Fahrer aus Katar, der zuletzt noch einen Sieg bei seinem letzten Renneinsatz bei der UAE Desert Challenge verbuchen konnte, seinen zweiten Erfolg bei der Rallye, nach der Schleife Nema-Nema im Jahre 2007. Seine Leistung bei der heutigen Tagesetappe bestätigt jedenfalls seinen Status als Outsider.
Letztlich haben sich die beiden favorisierten Teams bei der Rallye – Mitsubishi und Volkswagen - um die Ehrenplätze gemessen. Es gab deren keinen für den ehemaligen Dakar-Sieger Hirochi Masuoka, der den Tag „am Schlepphaken“ beendete. Und bei diesem Spiel hat sich Carlos Sainz mit dem zweiten Platz hinter Al Attiyah am überzeugendsten gezeigt, zudem noch gefolgt von seinen beiden Teamgefährten Giniel De Villiers und Mark Miller. In der Gewohnheit, « die Verfolgerrolle zu spielen », haben die Mitsubishi-Fahrer gegenüber ihren großen Rivalen ein wenig an Boden verloren: Alphand liegt 4’44’’ hinter dem ersten Wertungsführer und Peterhansel 4’54’’. Gleich dahinter liefert der Argentinier Orlando Terranova einen weiteren Beleg für die Wettbewerbsfähigkeit der BMW X-3, mit einem 7. Platz an seinem ersten Renntag in diesem Wettbewerb.
Die in der Kategorie T2 gemeldeten Fahrzeuge sind gemeinhin weniger so spektakulären Missgeschicken ausgesetzt, stehen aber statt dessen in einem sehr intensiven Wettbewerb. Zu Beginn dieser Rallye vertritt ein ruhmreicher ‚Anfänger’ bei den Autos der Dakar am besten diese Kategorie. Micki Biasion, ehemaliger WRC-Weltmeister – und mehrfach bei den Lastwagen gemeldet – reiht sich an 28. Stelle in die Gesamthierarchie ein. Sein erster Verfolger in der Kategorie, Ricardo Garosci, liegt an 36. Stelle.
Das Lastwagenrennen hat viele Wendungen erfahren, Wladimir Chagin hatte den Tag mit Fanfaren begonnen und an den beiden ersten Zeitnahmen jeweils die Bestzeit erzielt. Letztlich hat jedoch Marcel Van Vliet die Spezialetappe gewonnen, mit nur 2“ Vorsprung auf Gerard De Rooy. Der „Zar“ erreichte letztlich nur den 7. Platz, mit mehr als 3 Minuten Rückstand.
