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Etappe 7 - Freitag 8. Januar 2010 | Iquique > Antofagasta

  • Verbindung  37 km
  • Spezial 600 km
  • Verbindung  4 km

Focus

Die höllische Abfahrt

Die Zieleinfahrt in Iquique erfolgte auf einer schwindelerrengenden, fast 3 km langen Abfahrt. Die Strecke ist zum absoluten Muss für Rallye-Raids avanciert, und somit auch für die Dakar...

Auch bevor sie zu einer der spektakulärsten Stellen der 2010er Auflage der Rallye Dakar avancierte, war die Abfahrt von der großen Düne von Iquique, die die Teilnehmer auf dem Weg ins Ziel der 6. Etappe hinunterschossen, bereits einer der Klassiker der Rally Por las Pampas. Tiziano Siviero, dem wir diese Einfahrt zu verdanken haben, entdeckte diese beeindruckende Rutschbahn eher zufällig. „Ich war mit jemand hier aus der Region unterwegs, der mich nachts hierher brachte und sagte: ‚Du wirst sehen, das ist eine tolle Abfahrt.’ Selbst in der Dunkelheit war ich total überrascht. Und seither ist diese Stelle eine Art Messlatte für alle anderen geworden“, erinnert sich Tiziano. Die geografischen Daten der La Bajada de Los Verdes (der Name des kleinen Dorfs am Meer) sprechen für sich: 900 m Höhenunterschied von der Spitze bis zum tiefsten Punkt auf 2,5 km Länge, was einer mittleren Steigung von 36% entspricht! Und nur zum Vergleich: Die steilsten Passagen des berühmten Mur de Huy, den die Radweltmeister bei der Flèche Wallonne bezwingen müssen, kommen auf 24 bis 25%.

Bei der Streckenplanung für 2010 schlug Tiziano natürlich David Castera diese Zieleinfahrt vor, der von der Schönheit dieses Rahmens überwältigt war. „Die Verbindung aus dem visuellen Eindruck durch den Panoramablick über das Meer und dem Geschwindigkeitsrausch machen diese Abfahrt außergewöhnlich“, erklärt David, der bei den Erkundungsfahrten sofort überzeugt war. Außerdem ist ein Minimum an Technik gefragt, wenn man an dieser Steilwand bestehen will. Auch wenn jeder seine eigenen Feinheiten hat, sind sich alle darin einig, dass man dem Arbeitsgerät eine gewisse Freiheit lassen muss. David Frétigné fasst seine Herangehensweise mit dem Motorrad wie folgt zusammen: „Sich aufrecht halten, ziemlich weit hinten und dabei immer leicht am Gas bleiben. Und wenig bremsen, vor allem nicht vorn.“ Aus Sicht von Miguel Puertas, Motorradfahrer und außerdem Pilot der spanischen Luftwaffe, „hat man fast das Gefühl zu fliegen, wegen des Blicks auf das Meer.“ Sein Landsmann Xavier Foj hingegen, der bei den Autos in der Kategorie T2 führt, hat „beschlossen, dass die sicherste Methode darin besteht, so schnell wie möglich zu fahren. Ich hatte mehr als 120 km/h drauf.“ Den Tagesrekord holte sich aber Carlos Sainz, der seine Emotionen nicht verbergen konnte, nachdem er an der steilsten Stelle 130 km/h überschritten hatte.

Der zweifache Weltmeister der WRC liegt jedoch weit abgeschlagen hinter dem absoluten Rekord, den ein wahrer Kenner der Strecke aufgestellt hat: Nani Roma, damals bei der Rally Por las Pampas. Sein damaliger Mannschaftskollege Luc Alphand erinnert sich noch genau an die Herausforderungen dieser Abfahrt: „Im ersten Jahr sind wir es nicht zu schnell angegangen, mit 110-120 km/h, da sie einem ziemlichen Respekt abverlangt. Danach sind wir aber zu Probefahrten mit Mitsu hierher zurückgekehrt und haben sie sehr gut kennen gelernt. Beim zweiten Mal bin ich auf 150 km/h gekommen, aber Nani hat es bis auf 170 km/h geschafft.“ Auch wenn der Spanier keine Gelegenheit hatte, sein Ergebnis mit dem BMW X3 zu verbessern, den er nur vier Etappen lang steuerte, bleibt er bisher der unangefochtene Herrscher dieser Abfahrt.