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Etappe 7 - Freitag 8. Januar 2010 | Iquique > Antofagasta

  • Verbindung  37 km
  • Spezial 600 km
  • Verbindung  4 km

Film zur Etappe

Despres in Führung, Al Attiyah behauptet sich

© A.S.O. / Amaury Sport Organisation
Copyright DPPI Press


Vor dem Ruhetag in Antofagasta am Ufer des Pazifiks holt sich Cyril Despres den Etappensieg und Marc Coma wird zu seinem ärgsten Verfolger im Gesamtklassement. Bei den Autos siegt Al Attiyah und den BMW X-3 von Guerlain Chicherit und Stéphane Peterhasel gelingt es, auf die 4. und 5. Position der Gesamtwertung zu fahren. Vladimir Chagin stärkt mit seinem sechsten Sieg auf den bisher sieben Etappen seine Führung in der Gesamtwertung.

Manche Etappen bieten allein Stoff für mehrere Episoden eines Rennens. Die heutige Etappe nach Antofagasta mit ihren 600 Kilometern Sonderprüfung bot abwechslungsreiches Gelände und Gelegenheit für so manche Änderung im Gesamtklassement. Marc Coma und Cyril Despres, die als Führende in der Kategorie Motorräder auf die Strecke gingen, mussten sich zunächst in einem imposanten Dünenabschnitt beweisen, wo sie es zögerlich angingen ließen. Die daraus resultierende Neuklassierung nutzte zunächst den darauf folgenden Fahrern. Bei den Zwischenzeitmessungen lagen die beiden Sieger zunächst abgeschlagen hinter anderen, die ihre Chance ergriffen: Ullevalseter (1. bei CP1 und CP2), Frétigné (1. bei CP4) und Lopez (1. bei CP5 und CP6).

Auf den letzten 150 Kilometern machten die beiden Meister der Disziplin ihren Rückstand jedoch wieder wett und holten sich die Positionen zurück, die sie für gewöhnlich belegen. Das französisch-spanische Match konnte beginnen. 20 Kilometer vor dem Ziel war Coma im Vorteil, jedoch nur 10 Sekunden lang. Im Finale lieferte Cyril Despres trotz Schmerzen, die von einem durch einen harten Aufprall beschädigten Stoßdämpfer verursacht wurden, Tagesbestzeit ab. Er holte sich damit den 22. Etappensieg bei der Dakar und sicherte vor allem seine Führung in der Gesamtwertung mit 1h06 Vorsprung vor Coma, den er zu Recht als Hauptrivalen erkannt hat. Der Spanier, der heute in der Wertung an Helder Rodrigues und „Chaleco“ vorbeigezogen ist, hat einen Teil seiner Mission erfüllt, die er sich seit seinen Motorproblemen und der ihm auferlegten Strafe gesetzt hat. Nach dem Ruhetag geht das Duell weiter.

Die längste Etappe der Rallye versprach auch einige Änderungen in der Kategorie Autos. Die Konkurrenz innerhalb des Teams Volkswagen wird schärfer, da sich alle drei Piloten, die auf dem virtuellen Podium stehen, als legitime Anwärter auf den Titel sehen. Zwischen Carlos Sainz, Nasser Al Attiyah und Mark Miller zeichnet sich ein Kampf ab, bei dem es ebenso sehr um Psychologie wie um Leistung geht. Der Katarer, der neu zu der Gruppe gestoßen ist, stellte heute ebenso sehr seine Charakterstärke unter Beweis wie sein fahrerisches Talent. Von der vierten Position der Gesamtwertung startend, überholte der „wunderbare Verrückte am Steuer“ zunächst Mark Miller, der in den Dünen Widerstand zu leisten schien, und dann Carlos Sainz. Mit dem sechsten Sonderprüfungssieg seiner Karriere rückt Al Attiyah in der Gesamtwertung näher an Sainz heran und verkürzt den Abstand auf lediglich 11’03’’.

Trotz ihrer dominanten Position gelang es den Race Touareg nicht, sich der Bedrohung durch die BMW zu entledigen. Zunächst stellte Stéphane Peterhansel, dem es zufiel, die Piste freizumachen, wieder einmal sein Können unter Beweis. Systematisch lieferte der Franzose an den Zeitmesspunkten unterwegs Bestzeit ab. Anschließend fuhr er sicher bis ins Ziel, wo er sich in der Tageswertung nur Al Attiyah geschlagen geben musste, vielleicht aufgrund eines kleinen Navigationsfehlers. Danach gelang es Guerlain Chicherit, der in den letzten Tagen in Vergessenheit geraten war, sich als Hauptverfolger der Volkswagen zu positionieren. In der Gesamtwertung hat er ausreichend Zeit wettgemacht, um an Krzysztof Holowczyc und Carlos Sousa (unterstützt durch Mathieu Baumel, den früheren Kopiloten von Chicherit!) vorbeizuziehen. Für den mehrfachen Weltmeister im Extremski ist ein Platz auf dem Siegertreppchen jedoch mit 1h40 Abstand in weiter Ferne.

Bei den Lkws gibt Vladimir Chagin weiterhin meisterlich den Ton an. Er verstärkt seine Position weiter auf einer Etappe, die sich dazu eignete, große Vorsprünge herauszufahren. Er erhöht den Abstand auf seinen Teamkollegen Firdaus Kabirov, der sein ärgster Verfolger bleibt, auf 1h03’. Den Zweikampf, den er sich mit Stéphane Peterhansel um den absoluten Rekord an Etappensiegen liefert, geht weiter. Am Abend der Etappe nach Antofagasta (II. Akt) herrscht Gleichstand zwischen dem Franzosen und dem Russen: 53-53.