Dakar

Die Hölle, das sind die anderen …

    Ein zusätzlicher Schwierigkeitsgrad. Dieses Jahr hat sich Philippe Raud bei der Dakar eine Herausforderung gestellt, die er so noch nicht erlebt hatte : das Rennen mit einer Aufgabe der Schnellhilfe für drei andere Fahrzeuge in Angriff zu nehmen. Dadurch war er verpflichtet, das Rennen weit hin zu bestreiten, doch möglichst nahe an seinen Schützlingen. Was es ihm aber nicht erspart hat, auch selbst mit dem einen oder anderen Missgeschick konfrontiert zu werden: „Wir haben das ganze erste Woche über Probleme gehabt. Wir sind sogar in der großen Dünenetappe die ganze Nacht ohne Licht gefahren! Bei Ankunft haben wir die Glückwünsche von David Castera entgegen genommen.“ Offenkundig fehlt es nicht an Temperament im Wagen mit der Nummer 400, in dem Philippe zusammen mit Patrice Saint Marc fährt: „Sobald dann unsere eigenen Probleme geregelt waren, haben die Probleme der anderen uns die Nächte draußen verbringen lassen. Bei der Etappe nach Arequipa haben wir den Wagen von Gérald Mognier während der gesamten zweiten Spezialetappe immer wieder herausziehen müssen, und das wollte dann gar nicht mehr aufhören.“ Insgesamt war Philippe Raud nicht auf eine so große Herausforderung gefasst: „Ich wollte mir einen Eindruck von dieser Art der Teilnahme an der Dakar machen, aber ich weiss nicht, ob ich das noch einemal machen werde. Das war die härteste von all meinen Teilnahmen. Und gleichzeitig hat dies mir ermöglicht, eine ganz andere Sicht des Rennens zu bekommen, etwas Abstand bei der Betrachtung zu gewinnen.“

    Erfahrungsaustausch bei den Belausteguis

      Für Luis bedeutete km 20 der Spezialetappe Nasca-Pisco das jähe Ende seines Traumes. Ein Sturz, das linke Handgelenk gebrochen, und aus der Traum nach einjähriger Vorbereitung: die Dakar mit einer 150ccm-Maschine zu beenden. Für Juan Manuel hingegen waren die Stürze tägliche Kost. Der große Bruder ist pro Etappe 3 bis 4 Mal zu Boden gegangen. „Aber nie ins Wasser“, fügt er noch hinzu. „Immer in den Sand“. Gebrüder bei der Dakar, da gibt es die fusionelle Option der Patronellis oder aber die Option ‘so gut es geht' der Belausteguis. Auf dieser vorletzten Etappe ist Juan Manuel am Unfallort angekommen. „Ich habe meinem Bruder eine Beruhigungstablette gegeben. Er konnte sein Handgelenk nicht mehr benutzen, da hat er mir ‚Vete‘ (Fahr weiter) gesagt.“ Auf der Marathon-Etappe hatte Luis seinem Bruder geholfen, als der seine Maschine bei einem Sturz mit 120 Sachen beschädigt hatte, indem er bis zum Biwak hinter ihm geblieben ist. Juan Manuel wird es bei seiner ersten Teilnahme bis zum Ende schaffen. Luis hat in 2 Jahren 16 Etappen, aber keine Dakar beendet.







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