Dakar

DIE BEWEGENDEN MOMENTE IN DER GESCHICHTE DER DAKAR

Das Abenteuer beginnt 1977. Thierry Sabine kommt bei der Rallye Abidjan-Nizza in der Wüste von Libyen mit dem Motorrad vom Kurs ab. In letzter Sekunde aus dem Sandmeer gerettet, kehrt er nach Frankreich zurück, gefesselt von diesen Landschaften, und schwört sich, diese Entdeckung mit anderen zu teilen. Er denkt sich eine Strecke aus, die von Europa aus startet. Sie führt über Alger, durchquert die Region Agadez und endet in Dakar. Der Gründungsvater verbindet eine Losung mit seiner Inspiration: „Eine Herausforderung für die, die aufbrechen. Ein Traum für die, die bleiben.“

Mit einer starken Überzeugung und dem Anschein von Wahnsinn, den große Ideen an sich haben, konkretisiert sich das Vorhaben schnell. Die Paris-Dakar, ein Wettbewerb ohnegleichen, der den Namenlosen einen Platz einräumt und ein Signal der Offenheit an andere Menschen sendet, nimmt gefangen, überrascht und verführt. Sie schreibt seit dreißig Jahren Geschichten von großen sportlichen Leistungen und Menschen.

Laden Sie die Geschichte der Dakar von 1979 bis 2009 herunter (PDF, 188 Seiten, 9,8 MB)

2010 – Krönung für Sainz

Bei der zweiten südamerikanischen Auflage der Dakar erreichen nach einer 9.000 km langen Reise 88 Motorräder, 14 Quads, 57 Autos und 28 LKWs das Ziel in Buenos Aires. Cyril Despres schenkt sich einen dritten Sieg bei den Motorrädern, während sich der Argentinier Marcos Patronelli bei den Quads durchsetzt. Bei den Autos wird Carlos Sainz nach einem heftigen, kompromisslosen Zweikampf mit Nasser Al Attiyah zum Sieger gekürt. Im Ziel trennt die beiden Kontrahenten der kleinste Abstand in der Geschichte der Rallye: 2’12’’. Für Vladimir Chagin verläuft die Fahrt entschieden ruhiger, denn er sammelt Rekorde: Mit einem sechsten Titel in der Kategorie LKWs zieht er mit Karel Loprais gleich und erhöht die Anzahl seiner Etappensiege auf 56!

2009 – Als Held gefeiert

Die 31. Auflage der Dakar ist die erste, die in Südamerika ausgetragen wird, und endet mit Siegen für Marc Coma bei den Motorrädern, Josef Machacek bei den Quads, Giniel De Villiers bei den Autos und Firdaus Kabirov bei den LKWs. Insgesamt kommen 113 Motorräder, 13 Quads, 91 Autos und 54 LKW ins Ziel dieser Rallye, die vor allem von der großen Begeisterung des Publikums geprägt ist, die sie in Argentinien und Chile auslöst.

2008 – Sicherheit hat Priorität

Infolge der Ermordung von vier Franzosen und drei mauretanischen Militärangehörigen in den Tagen unmittelbar vor dem Start und aufgrund der ausdrücklichen Empfehlungen des französischen Außenministeriums, nicht nach Mauretanien zu reisen, muss die Auflage 2008 der Rallye leider abgesagt werden. Den französischen Behörden liegen Terrordrohungen vor, die sich direkt gegen die Rallye richten. Am Abend vor dem Start ist Etienne Lavigne gezwungen, die Absage der Auflage 2008 bekannt zu geben. Die Teilnehmer, die in Lissabon zu den Abnahmen versammelt sind, zeigen sich schockiert, begrüßen aber gleichzeitig die verantwortungsvolle Entscheidung der Veranstalter. Drei Wochen später (Freitag, 1. April) zeigt ein Anschlag mitten im Zentrum von Nouakchott, dass es sinnvoll war, das Vorsichtsprinzip walten zu lassen.

2007 - Peterhansel hoch 9

231 Motorräder, 14 Quads, 181 Autos und 85 LKWs starten in Lissabon. Im Ziel holt sich der Mann, der in jedem Gelände zu Hause ist, seinen neunten Dakar-Sieg: Stéphane Peterhansel. Nach sechs Siegen mit dem Motorrad beherrscht er das Rennen auf vier Rädern ebenso meisterlich und übertrumpft dabei nicht nur seinen Teamkollegen Luc Alphand, sondern auch seine Rivalen bei Volkswagen: Carlos Sainz und Giniel De Villiers.

2005 – Ein blaues Motorrad auf dem Gipfel

Der Motorradfahrer Cyril Despres widmet seinen Sieg Richard Sainct, der wenige Wochen zuvor bei der Pharaonenrallye zu Tode gekommen ist, und Fabrizio Meoni. Diese beiden Teamkollegen haben ihre Leidenschaft für die Wüste mit dem Leben bezahlt, ebenso wie Juan-Manuel Perez, der auch Opfer eines tödlichen Sturzes wird.

2001 - Kleinschmidt, „Miss Dakar“

Jutta Kleinschmidt, die 13 Jahre vorher ihr Debüt bei der Dakar mit dem Motorrad hatte, holte sich 1998 als erste Frau einen Etappensieg in einem Schlesser-Buggy. Seit 2001 ist sie auch die erste Frau, die die Dakar gewonnen hat, diesmal am Steuer eines Mitsubishi.

2000 – Ein blaues Buggy in Kairo

Die Dakar startet mit einem Parcours in das neue Jahrtausend, der ganz unter dem Zeichen der Ewigkeit steht: Die Zielankunft findet zu Füßen der Pyramiden von Gizeh statt, wo die Pharaonen des antiken Ägypten ruhen. Jean-Louis Schlesser, der als Einziger je die Dakar im Buggy gewann, verteidigt ebenso seinen Titel wie Richard Sainct mit dem Motorrad.

1992 – Von Norden nach Süden

Bei dieser außergewöhnlichen Auflage der Rallye wird den Teilnehmern eine Durchquerung des gesamten afrikanischen Kontinents von Norden bis zur Südspitze geboten. Die Paris – Kapstadt wartet mit 22 Etappen auf und führt durch 10 Länder mit einer Streckenlänge von 12.427 km! Hubert Auriol, der mit seinem Navigator Philippe Monnet siegt, gewinnt als Erster in den Kategorien Motorrad und Auto.

1991 – „Peter“, Erster Akt

Ein junger Biker mit blauem Bandana, der drei Jahre vorher seinen Einstand bei der Rallye hatte, fährt mit seiner Yamaha zum Sieg: Die Siegesserie des Stéphane Peterhansel beginnt. Bei den Vierrädern holt sich der fliegende Finne Ari Vatanen den vierten Titel in dieser Kategorie. Der Rekord hat bis heute Bestand.

1988 - Peugeot mit großem Auftritt

Mehr als 600 Fahrzeuge starten in Versailles. Peugeot hat sich im Vorjahr erstmals auf dieses Abenteurer eingelassen und startet, um seinen Titel zu verteidigen. Aber für Ari Vatanen, der in Bamako die Gesamtwertung anführt, wendet sich das Blatt schlagartig: Sein 405 Turbo 16 wird von einem Erpresser gestohlen und erst viel zu spät aufgefunden. Die Marke mit dem Löwen setzt sich dennoch durch, dank seines Landsmanns Juha Kankunnen.

1986 – Das schwarze Jahr

Thierry Sabine, der französische Sänger Daniel Balavoine, die Journalistin Nathaly Odent, der Pilot François Xavier-Bagnoud und der Funker Jean-Paul Le Fur kommen bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben. Die Asche von Thierry Sabine wird in der Wüste verstreut. Sein Vater Gilbert und Patrick Verdoy übernehmen den Staffelstab. Das Rennen wird fortgesetzt, jedoch nur halbherzig.

1983 – Willkommen in der Ténéré

Der erste Besuch in der Sandwüste Ténéré verzaubert und verschreckt gleichermaßen. Die Karawane findet sich inmitten eines endlosen Sandsturms wieder, der etwa 40 Piloten die Orientierung raubt. Diejenigen, die am weitesten vom Weg abgekommen sind, brauchen vier Tage, bis sie ihren Kurs wiederfinden. Die Legende ist geboren.

1981 – Normale Abenteurer

Die Paris-Dakar hat das Publikum schnell erobert, das von diesen normalen Abenteurern fasziniert ist, die sich der Wüste mit ganz handelsüblichen Mitteln stellen. Yamahas und Hondas, die „in irgendeiner Garage zusammengeschraubt wurden“, stehen neben dem Rolls-Royce von Thierry de Montcorgé oder dem Citroën CX des Formel-1-Piloten Jacky Ickx, der von Claude Brasseur begleitet wird. Hubert Auriol, der bereits den Beinamen „der Afrikaner“ trägt, holt sich seinen ersten Dakarsieg.

1979 – Treffpunkt Trocadéro

Die Wette von Thierry Sabine nimmt am 26. Dezember 1978 Gestalt an: 182 Fahrzeuge treten von der Place du Trocadéro eine 10.000 km lange Reise ins Unbekannte an, Richtung Dakar. Die Begegnung zweier Welten, die der Begründer des Wettbewerbs suchte, erfolgt auf dem afrikanischen Kontinent. Unter den 74 Pionieren, die die senegalesische Hauptstadt erreichen, ist Cyril Neveu am Lenkrad einer Yamaha 500 XT der erste Sieger der größten Rallye der Welt.





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