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    Étape 5 - Mittwoch 7. Januar 2009 | Neuquen > San Rafael

    • Verbindung 173 km
    • Spezial 506 km
    • Verbindung  84 km

    Echos

    Carlos Mission

    Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

    Die Wege der Rallye sind unergründlich. Kaum hatte sich Carlo Mercandelli zu seiner 8. Dakar angemeldet, erhält er einen Anruf des Bischofs seiner Stadt Casale Monferrato, auf halbem Weg zwischen Mailand und Turin gelegen. Monsignore Gennaro Antonio hatte eine Mission für ihn: „Er hatte in der Lokalpresse gelesen, dass ich an der Dakar teilnehme und die Strecke durch Neuquen führt. Er wollte, dass ich einem der vier Missionare in der Region Geld mitnehme. Ich habe angenommen und meine Sponsoren noch einmal angesprochen; ich habe Geld aus eigener Tasche dazugetan und heute Morgen habe ich Vater Varvello Italo einen symbolischen Scheck über 10.000 Euros überreicht. Er erhält die Summe per Überweisung und kann seine Arbeit mit unverheirateten Müttern und ausgesetzten Kindern fortsetzen.“ Carlo hat niemals gezweifelt: „Ich glaube, dass mir jemand da oben geholfen hat, nach Neuquen zu kommen…“ Als 137. der vierten Etappe geht das Abenteuer der Dakar für Carlo weiter. Die Solidarität auch: „Das was das erste Mal, aber es wird nicht das letzte Mal sein.“

    Morgens früher, abends länger hell!

    Die Dakar in Südamerika, das bedeutet für die Teams auch eine Abkehr von ihren Gewohnheiten durch die Jahreszeit. Sommer auf der Südhalbkugel heißt natürlich zunächst höhere Temperaturen als in Afrika, vor allem als in Marokko und Mauretanien. Die Randbedingungen sind auch andere, was die Anzahl der Stunden mit Tageslicht betrifft. Und dieser Parameter ist entscheidend, wie David Castera vor dem Rennen betonte: „Für die Motorradfahrer gilt in der Regel, dass man in zwei Stunden nachts die gleiche Strecke schafft wie in einer Stunde am Tag.“ Diese Faustregel bestätigt sich vor Ort. Jérôme Fauchier, der schon seit einigen Jahren den Motorradfahrern ohne eigenes Technikteam tatkräftig zur Seite steht, stellt den Unterschied fest. „Selbst bei Lichtproblemen kommen die Fahrer leichter zurecht. Und wenn Beispiel gegen 23h durchzählt, sind durchschnittlich schon mehr Fahrer weg. Aber es bleiben natürlich immer noch Fahrer, die Schwierigkeiten haben und sich die Nacht um die Ohren schlagen, um ihr Gerät zu reparieren.“ Yannick Guyomarc’h gehört zu denen, die in diesem Jahr schon ihr Quantum nächtlicher Reparaturen hinter sich haben und ist sich der Tatsache bewusst, dass die gleiche Situation in den Vorjahren anders hätte ausgehen können: „Die große Falle in Afrika ist die Nacht. Ich hatte hier Ölprobleme, und auf einer so langen Etappe wie in Mauretanien wäre das das Ende gewesen“, freut sich der Feuerwehrmann aus Paris, der nach vier Tagen noch im Rennen ist.

    Gaston, sein Idol

    Das Abenteuer war für Ivo Kastan nach dem Start der 4. Etappe beendet. Sein Motorrad verlor zuviel Öl. Schweren Herzens fuhr er sich zum Tross der Begleitfahrzeuge und kam mit 60 km/h in Neuquen an. „Ich habe von Zeit zu Zeit Öl nachgefüllt. Ein LKW gab mir welches. Öl für Dieselmotoren“, lächelt der Tscheche, der bei acht Teilnahmen an der Dakar sechsmal bis zum Ende dabei war. In diesem Jahr brauchte er einen besonderen Anreiz für seine neunte Teilnahme. „Südamerika war 50%. Die andere Hälfte war mein Beruf, der mich hierher geführt hat: Ich bin Vertragshändler für kleine Motorräder, also habe ich beschlossen, mit einer neuen Maschine anzutreten.“ Und so beschloss unser langbeiniger Starter, mit einer Honda 146 ccm anzutreten, die er selbst abgestimmt und „Rahier Honda“ getauft hat. „Gaston ist mein Idol, weil er klein war, immer gut gelaunt und die Dakar gewonnen hat.“ Ivo wird das Rennen weiterverfolgen und jeden Abend im Biwak zu seiner Frau stoßen, die Journalistin ist. Keine Enttäuschung für ihn „Mit diesem Motorrad bin ich beim European Bajas Cup in der Kategorie –250 ccm Vierter geworden. Ich glaube, dass sich bei der Dakar viele Privatfahrer täuschen: Die großen Hubräume sind teuer und zu gefährlich. Ich habe mit meinem Motorrad den Geist der Dakar wiederentdeckt.“