Étape 3 - Montag 5. Januar 2009 | Puerto Madryn > Jacobacci
- Verbindung 70 km
- Spezial 551 km
- Verbindung 73 km
Echos
Man könnte sich auf die Zunge beißen
Bei Kilometer 2 der Wertungsprüfung des Tages war man gut beraten, nicht gerade ein Schwätzchen zu halten. Eine hinterhältige Wagenspur hat nicht nur gut 15 Zweiradfdahrer aus der Bahn geworfen, sondern auch dazu geführt, dass sich zwei Teilnehmer böse auf die Zunge bissen. Das erste Opfer war ein gewisser Christian Califano, der ansonsten mit allen Wassern gewaschen ist. Der Dakar-Neuling hat sich die Zunge auf zwei Zentimetern Länge aufgebissen. Das brachte den geschwätzigen ‘Cali’ zum Schweigen, obgleich er noch stammelte, dass «die französischen Rugbyspieler einen Abstecher zur Dakar unternehmen sollten, um echte Schmerzen zu erfahren!».
Einige Stunden später ereilte das gleiche Missgeschick einen weiteren Rallye-Neuling, den Franzosen Patrick Jacquemin: «Während der ganzen Wertungsprüfung tat es höllisch weh. An einer Stelle stand eine Gruppe fantastischer Argentinierinnen, die mir mit dem Ausruf "El Frances" Wasser gegeben haben. Als sie meine Zunge gesehen hatten, war El Frances plötzlich gar nicht mehr so anziehend…»
Das kleine Motorrad wird immer größer…
Die Entwicklung der Anzahl Piloten, die eine 450ccm-Maschine für die Teilnahme an der Rallye Dakar wählen, nimmt nun schon seit mehreren Jahren zu. In diesem Jahr haben sich 92 Teilnehmer mit «kleinem» Hubraum eingetragen, d.h. mehr als 40 % des Starterfeldes in Buenos Aires. Den lange wegen ihrer mangelnden Zuverlässigkeit verpönten 450ccm-Maschinen kommen nun die Anstrengungen sämtlicher Konstrukteure zugute, denen es gelungen ist, Manövrierfähigkeit mit geringem Gewicht und Stabilität zu verbinden. Vor allem die Wertungsbesten dienen als Faustpfand für die Konkurrenzfähigkeit auf ganz hohem Niveau. Das überzeugendste Beispiel liefert natürlich David Frétigné, der am Ende der 2. Etappe auf Rang vier der Gesamtwertung lag.
Pichot zu Besuch im Biwak
Der ehemalige Kapitän der Pumas, Agustin Pichot, hat dem Biwak von Puerto Madryn einen bemerkenswerten Blitzbesuch abgestattet. Als umsichtiger Rugbyspieler hat er die Situation sofort erkannt: «Ich bin zutiefst beeindruckt. Für mich war die Dakar immer schon ein Traumwettbewerb, und jetzt kommt sie in mein Land! Und noch besser: Die Rallye durchquert Patagonien, eine zauberhafte Region, die mir persönlich sehr viel bedeutet, weil ich hier gearbeitet habe.» Der locker aufgelegte und mit einem rosafarbenen T-Shirt bekleidete Agustin verbringt seinen Urlaub in Argentinien und bedauerte lediglich, dass «das Schwein» noch nicht eingetrudelt sei. Mit dem Spitznamen Schwein bezeichnet Pichot seinen Kumpel Califano, Motorrad N°83. «Cali ist immer zu spät. Er trifft ein, wenn es dunkel ist…» Die Frage einer zukünftigen Dakar-Teilnahme ist schnell geklärt: «Auf dem Motorrad bin ich vermutlich nicht fähig, weiter als 20 Meter zu fahren.» Was Pichot aber nicht davon abhalten wird, die Rallye im Zielbereich von Mendoza oder Buenos Aires erneut zu besuchen. Dann hat er wahrscheinlich Gelegenheit, «das Schwein» gebührend zu begrüßen.
