Étape 2 - Sonntag 4. Januar 2009 | Santa Rosa de la Pampa > Puerto Madryn
- Spezial 237 km
- Verbindung 600 km
Echos
Motorrad
FĂĽnf Kilometer vor dem Ziel!
Diese erste Etappe war besonders schwierig für die Erfahrensten unter den Motorradfahrern, die durch Reifenprobleme zurückgeworfen wurden. So ist es auch dem Belgier Stéphane Charlier ergangen, der 5 km vor dem Ziel der Spezialetappe wegen Motorproblemen gestoppt wurde. Aber in Südamerika genau wie in Afrika ist der Sinn für Solidarität nach wie vor bei der Dakar vorhanden. „Ich bin dank der Hilfe von Pierre (Navarro) ins Ziel gekommen, der mich mit einem Riemen abgeschleppt hat, den die Argentinier für uns gefunden haben“, erklärt der Biker. “Ich fand ihn am Straßenrand liegend vor, ich dachte, er machte ein Nickerchen, doch dann sagte er mir, dass er meinte, seinen Motor gehimmelt zu haben“, erzählt Pierre Navarro, der gute Samariter des Tages. Ich habe auf mein Road Book geschaut und gesehen, dass nur noch 5 km zurückzulegen waren. Es wäre doch zu dumm gewesen, da hängen zu bleiben. Auch deshalb nehme ich an der Dakar teil, für ihre menschlichen Werte. Ich hätte aber nie gedacht, gleich bei meiner ersten Dakar in eine solche Situation zu geraten…“
Quad
Declerck, das Quad des GlĂĽcks!
Christophe Declerck hatte sicherlich nicht erwartet, die erste Spezialetappe der ersten Dakar in Südamerika zu gewinnen. Eine (fast) göttliche Überraschung für den Mann aus Nordfrankreich, Quad-Lehrer aus Dünkirchen, der zum ersten Mal bei der Dakar dabei ist. „Alles ist super gelaufen. Es gab schöne sandige Pisten, ideal für Quads. Ich war zwar vorsichtig, konnte aber schon bald Motorräder überholen.“ Als vierfacher Sieger von Tunesien in 2003, 2005, 2006 und 2007, aber auch zweifacher Sieger von Marokko in 2005 und 2006 hat Christophe zudem 2006 den Quad-Weltcup gewonnen. Ein Rookie, der aber doch einiges vorzuweisen hat und doch als einzige Ambition preisgibt, sein Bestes geben zu wollen, für diese Ausgabe aber besonders enthusiastisch ist : „Endlich gibt es eine echte Quad-Kategorie. Das wird ein harter Kampf.“ Und Christophe ist schon der zu schlagende Mann.
Die Amateure trauen ihren Augen nicht
„Ich kann Brad Pitt bald Lektionen im Autogrammschreiben geben, wenn er will.“ Dominique Brie, mit der Nummer 159, ist nicht der Einzige, der eine Metapher sucht, um zu beschreiben, wie er seine erste Etappe empfunden hat. Leute überall, und schon werden auch die Amateure bei der Dakar zu unglaublichem Ruhm emporgehoben. Sein Kumpel Julio Ano, Motorrad 118, lässt dazu das Kino beiseite und wendet sich eher dem Radsport zu: „Diese Etappe war wie eine Etappe bei der Tour de France, nur 700 Kilometer lang. Unglaublich!“ Ein Tankstopp von zehn Minuten wird dann um zwanzig Minuten verlängert zwecks Photo-Shooting für Teilnehmer, die es gemeinhin gewohnt sind, alleine durch Dünen und Pisten zu jagen. „Es war ein besonnenes, respektvolles Publikum, das keinerlei Probleme hervorgerufen hat: pures Vergnügen“ hebt dabei Jérôme Pelichet in seinem Bowler 373 hervor. Jean-Luc Martin, der Co-Pilot im Auto 391, spricht zwar auch vom Staub dieses Tages, schließt aber ab mit: „So ein Publikum, wie das motiviert!“
La vie en rose
Eine der Innovationen der Dakar 2009, etwas diskreter als der Kontinentwechsel, ruft dennoch regelmäßig Fragen unter den Zuschauern hervor: „Was hat es mit diesen rosa Rennnummern auf sich?“ fragen sich viele Neugierige. Diese kleine Veränderung wurde vorgenommen, um die Motorradfahrer leichter ausmachen zu können, die in Hubraum-Kategorien unter 450cc fahren, sowie die Autos, die in der Kategorie T2 am Rennen teilnehmen. Auch wenn sie häufig über geringere Mittel verfügen als die Teams, die um den Gesamtsieg fahren, haben die Fahrer der „Produktionswagen“, d.h. deren technische Merkmale sehr nahe an den Serienfahrzeugen bleiben, dennoch einen sehr ausgeprägten Wettbewerbssinn. Mit diesem Erkennungszeichen könnte das „Rennen im Rennen“ noch etwas dichter werden.
Chicherit in der Finsternis
20.45 Uhr, Guerlain Chicherit kommt endlich am Ziel der Sonderprüfung an. Die Sonne geht über der Pampa unter. Der Fahrer von BMW X-Raid hat einen in jeder Hinsicht kontrastreichen Tag hinter sich. Nachdem er beim dritten CP (km 248) noch in Führung gelegen hatte, lösten sich all seine Hoffnungen auf eine gute Leistung bei dieser Dakar jäh in Rauch auf, als er den Volkswagen von Giniel De Villiers überholen wollte. Bei diesem Vorgang hat der Franzose seine vordere Aufhängung abgerissen und die Lenkung seines X3 beschädigt, als er auf eine Baumwurzel prallte. Während sein Teamgefährte Nasser Al Attiyah Bestzeit fuhr, musste Chicherit auf seinen schnellen Service-Lkw warten, um die Schäden zu beheben. Bilanz: 7 Stunden auf den Führenden in der Gesamtwertung verloren.
