Étape 14 - Sonnabend 17. Januar 2009 | Cordoba > Buenos Aires
- Verbindung 224 km
- Spezial 227 km
- Verbindung 341 km
Frauenporträts
SÉVERINE THIBAUT
Die 36jährige Séverine Thibaut ist Scriptschreiberin für France Télévisions bei der Dakar, einem Rennen, das sie nun zum zweiten Mal begleitet. „Ich mache das Script,“ erzählt sie mit einem Funkeln in den Augen in ihrem Blick hinüber zu den Kumpeln, die gerade Pause machen und irgendeinen Schabernack aushecken… „Ich arbeitete für France Télévisions, als der damalige Regisseur mich vor zwei Jahren gefragt hat, mit ihm bei der Dakar zu arbeiten. Da habe ich auch das Team des heutigen Regisseurs, Lionel Wetzer, kennen gelernt, der mich dieses Jahr wieder geordert hat…“ Séverine war dabei, ihr Literatur- und Medienstudium abzuschließen, sie wollte später beim Kino arbeiten und suchte gerade ein Praktikum. Sie fand nichts beim Kino, aber dafür beim Fernsehen. „Ich bin in eine mir völlig unbekannte Welt eingetreten, die mir auf Anhieb gefallen hat“ fährt sie fort. „Ich habe zwei Jahre lang als Produktionsassistentin gearbeitet, und seit acht Jahren bin ich Scriptschreiberin, d.h. ich bin verantwortlich für das Zeitmanagement der Sendung, und ich muss den Anforderungen des Regisseurs immer einen Schritt voraus sein. Die Arbeit fängt gleich nach der Dusche und dem Frühstück an, so gegen 10 Uhr, bis 19 Uhr, denn wir haben drei Sendungen: France 2, France 3 und France 4. Als sie bei der Dakar ankam, entdeckte Séverine ein gut geschmierte Maschinerie, aber auch ein tolles menschliches Abenteuer. „Beim Fernsehen, wie bei der Dakar, gibt es Leute aus aller Herren Länder, es ist wie der Turm zu Babel, aber es funktioniert perfekt. Vor allem das familiäre Ambiente gefällt mir gut, diese Blase, in der wir alle zusammen während drei Wochen leben… Hier zeigen sich die Leute, wie sie sind, keine Masken mehr. Um 5 Uhr in der Früh sind alle echt… und angesichts der Bedingungen, unter denen wir leben, im Staub, im Sand, ohne allzu viel Schlaf… treten die wahren Charaktere schon bald ans Tageslicht. Hier gibt es keine Männer oder Frauen, wir sind alle Menschen, die in Osmose leben, alle sind ‚Kumpel’. Das ist im Übrigen recht überraschend, sich in dieser Männerwelt wiederzufinden… Da ist erstmal drei Wochen lang Schluss mit der Koketterie, da es aber nicht viele Mädels hier gibt, werde ich von allen verhätschelt, sie tragen meine Tasche… Ich bin eigentlich eine Art ‚Kumpel-Prinzessin’…“. „Das Einzige, was ich bedauere, ist nicht allzu viel Zeit zu haben – oder auch den Mumm, ich bin nämlich schüchtern -, um mit den Fahrern zu reden, die ich bei unseren Sendungen entdecke. Ich habe viel Bewunderung für ihre Leistungen. Nächstes Jahre werde ich mir die Zeit nehmen, um ein bisschen im Biwak umherzugehen und mir diese Welt etwas mehr aus der Nähe anzuschauen!“
