Étape 13 - Freitag 16. Januar 2009 | La Rioja > Cordoba
- Verbindung 161 km
- Spezial 545 km
- Verbindung 47 km
Echos
The Flying Dutchman in der Version Rallye-Raid
«Für mich ist das Neuland, aber ich liebe es.» Jurgen Van Den Goorbergh ist eher an die MotoGP-Circuits und Fünf-Sterne-Hotels gewöhnt als an die Dünen der Atacamawüste und das Zelt im Biwak. Der Niederländer, der sieben Saisonzeiten im Motorradspitzensport verbracht hat, konnte sich aber als Neuling prächtig in den Wettbewerb einleben. Der Beweis: sein 19. Platz in der Gesamtwertung zwei Wertungsprüfungen vor Toresschluss. «Meine Erfahrung aus der MotoGP kommt mir beim Rallye-Raid sehr zugute. Ich habe den Vorteil, schnell fahren und gleichzeitig nachdenken zu können. Mit 300 Km/h muss man imstande sein, sich schnell für etwas zu entscheiden. Ich kann mich auf verschiedene Dinge konzentrieren wie das Navigieren oder die zu verfolgenden Spuren.» Der in Rennkreisen mit dem Spitznamen «the Flying Dutchman» bedachte Pilot ist sehr angetan von der für ihn neuen Disziplin und fasst bereits neue Herausforderungen ins Auge: «Falls die Dakar nach Afrika zurückkehrt, bleibe ich beim Motorrad, falls wir hierhin zurückkommen, probiere ich das Auto aus… »
In Cordoba, ohne die Spezialisten!
Den vielen ehemaligen WRC-Piloten, die in Buenos Aires an den Start gingen, erschien die Etappe nach Cordoba wie ein echtes Schmankerl. Zwar führt die Strecke der Dakar nur über einen Abschnitt der früher beim argentinischen Rallye-WM-Lauf gewählten Trasse, doch hätte Miki Biasion, der dreifache Sieger des Umlaufs von Cordoba, mit Sicherheit diese Rückkehr zu den Wurzeln zu schätzen gewusst. Allerdings ist der Italiener bereits nach der 5. Etappe ausgeschieden! Der absolute Unglücksrabe der gesamten Dakar bleibt aber Carlos Sainz, der auf den Straßen seiner früheren Erfolge eine Art Triumphzug hätte abhalten können. Der Madrilene, der zehn Mal auf das Treppchen kletterte und drei Siege feierte, äußert sich bedauert darüber, dass er das Stelldichein mit seinen aficionados verpasst: «Die Leute kennen mich gut dort, und ntürlich habe ich auf diesen Moment gewartet. Aber so ist es nun mal!»
Er hat es getan...
Für Eric Palante begann der gestrige Tag mit einer SMS. Ein Kumpel, Marc, sendete ihm nur zwei Worte: «Do it!». Eric ist zwar kein Kenner der englischen Sprache, aber die Aufmunterung hat ihn die ganze Etappe lang begleitet. «Es gab viele Tempowechsel. Die Way Points waren nur schwer zu finden. Der Sand war nicht tragfähig. Das ist zwar schon meine sechste Dakar-Teilnahme, aber diese Geschichte war wirklich Knochenarbeit. Und als es mir über den Kopf zu wachsen drohte, schrie ich: «Do it! Do it!» Das schreie ich sonst nie. Aber diese Nachricht vom Morgen war wie eine Initialzündung und hat mich bis ins Ziel geführt.» Bei aller Knochenarbeit ist ihm der Dakar-Geist aber nicht abhanden gekommen. Nach zwei Dritteln der Strecke sah er mitten in den Dünen Zeichen: «Es war Annie Seel, die eine Spritpanne hatte. Eine zierliche, angenehme Person inmitten der Sandwüste – da bleibst du natürlich stehen. Ich habe von meinem Sprit abgezapft, um ihr aus der Patsche zu helfen. Dann bin ich weitergefahren. Allerdings hatte ich den Deckel falsch verschlossen und verlor dadurch den noch übrig gebliebenen Sprit. Deshalb musste ich bei den Gendarmen auf ihrer kleinen Honda nachfragen, dann bei einem ungarischen Motorradpiloten, der mir einen halben Liter abgegeben hat. Und schließlich hat mir der Fahrer eines alten Truck zwei Liter in einer alten Colaflasche gegeben. Alle waren total nett. Doch konnte ich nichts bezahlen. Stattdessen musste ich Autogramme schreiben.» Schließlich genießt Eric diesen anstrengenden Tag, ehe es ihm mit einem Lächeln entfährt: «Dein Foto ist Gold wert! Für gewöhnlich trinke ich nur Wein oder Bier!»
