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04-01-2008 - Hans Stacey: „Ich war noch nie so fit“

Er hat seine Bescheidenheit nicht abgelegt. Hans Stacey, der im letzten Jahr nach einem Rennen, das er von Anfang bis Ende beherrschte, seine erste Dakar gewann, hat immer den Favoritenstatus abgelehnt und hat die Absicht, ohne jeglichen Druck in Lissabon zu starten, so als sei nichts gewesen. Aber trotz seiner nach außen demonstrierten Bescheidenheit ist und bleibt der Niederländer vom Team MAN ein Kampftier, der Chagin und De Rooy mächtig in die Quere kommen und seinen zweiten Titel in Folge holen könnte.

Mit welcher Einstellung starten Sie nach Ihrem Sieg im letzten Jahr in die Auflage 2008?

Ich fühle mich sehr wohl. Mein Team und ich haben das ganze Jahr hart gearbeitet, um das Rennen vorzubereiten. Ich war noch nie in so guter Form. Und ich werde einen erstklassigen Truck fahren, mit neuem Getriebe, neuen Aufhängungen … Alle Bedingungen für einen Erfolg sind gegeben. Meine einzige Sorge ist, dass ich nicht viel Zeit hatte, um den Truck einzufahren, dass ich ihn nur bei eisigem Wetter testen konnte und ihn in gewisser Weise jetzt erst auf der Strecke entdecken werde.

Wie sieht man die Dakar, wenn man sie schon einmal gewonnen hat?

Genauso wie in den Jahren davor! Im Ernst: Ich weiß, dass an jeder Kurve vielleicht ein paar mehr Zuschauer auf mich warten. Aber mein Team und ich sind doch schon etwas länger im Geschäft, wir gelten als solide Teilnehmer und können mit dem Druck umgehen. Vor allem fühle ich mich überhaupt nicht als Favorit. Es ist bei diesem Rennen immer schwierig, einen Favoriten festzulegen, wo man nie weiß, was passieren wird. Für mich unterscheidet sich diese Auflage nicht von anderen. Und so ist es bei allen: Man weiß nie, wie es kommen wird.

Wie sieht Ihre Strategie fĂĽr die ersten Renntage aus?

Ich nehme mir die Etappen eine nach der anderen vor. Es ist schwierig, bei der Dakar eine Strategie zu verfolgen. Was mir Sorge bereitet, sind eigentlich die ersten Renntage. Die ersten zehn oder fünfzehn Trucks werden immer von den langsameren Autos ausgebremst, die von den Piloten gesteuert werden, die zum ersten Mal dabei sind. Das sind Momente, mit denen man umzugehen wissen muss. In der zweiten Woche zeigt sich dann, wer die Favoriten sind. Auf jeden Fall verspricht das Rennen spannend zu werden. Ich hoffe, dass es ein schöner Kampf wird und Fairplay herrscht.

04-01-2008 - Stéphane Peterhansel: „Der Ausgang der Rallye ist offener als je zuvor“

Er ist nach Lissabon gekommen, um neuen Stoff für Legenden zu liefern. Stéphane Péterhansel, Titelverteidiger und absoluter Rekordsieger der Dakar (sechsmal mit dem Motorrad, dreimal im Auto), könnte im Falle eines Triumphs in diesem Jahr eine weitere Meisterleistung vollbringen: zehn Siege bei 20 Teilnahmen an der Dakar… Entspannt und nach ein paar Tagen Skiurlaub in der Schweiz und einem Weihnachtsfest mit der Familie völlig erholt, ist der französische Pilot in Topform, wie sein Sieg bei der Dubai-Rallye im letzten November gezeigt hat.

Sie treten an, um den zehnten Sieg zu erringen, aber die Volkswagen haben sich vorgenommen, das Rallyegeschehen durcheinander zu wirbeln. Aus deren Sicht sind Sie der Mann, den es zu schlagen gilt. Wie gehen Sie den Kampf an?
Die Volkswagen haben den Druck erhöht. Sie sind ebenso sehr Favoriten wie Luc (Alphand) oder ich. Ich denke, dass für mich in diesem Jahr Giniel de Villiers der gefährlichste Gegner ist. Das Team von Volkswagen kann langjährige Erfahrung und Zuverlässigkeit für sich verbuchen, und jetzt hat es auch Piloten, die siegen können. Mit der Dieselmotorisierung des Race Touareg hat Volkswagen meiner Ansicht nach sogar einen leichten technischen Vorteil gegenüber Mitsubishi… Ich bin wirklich gespannt, wie es laufen wird. Der Ausgang des Rennens ist ungewisser als je zuvor.

Mit ihrem jüngsten Sieg in Dubai haben Sie gezeigt, wer der Chef ist …
In Dubai habe ich vielmehr von den Fehlern der anderen profitiert. Ich habe gewonnen, weil ich während des gesamten Rennens konstant gefahren bin, Distanz gewahrt habe. Es ist aber nicht leicht, bei der Dakar hinterherzufahren.

In Mauretanien zeigen Sie immer die stärkste Leistung. Könnten sich die acht Etappen, die durch das Land führen, für Sie günstig auswirken?
Die Etappe von Nouakchott nach Nouadhibou bleibt eine Unbekannte für mich, da ich noch nie in dieser Region des Lands war. Aber Mauretanien hat mir immer zum Erfolg verholfen. Seit Jahren habe ich mich immer in diesem Land an die Spitze des Rennens gesetzt oder dort einen beträchtlichen Rückstand aufgeholt. Diese harten Etappen haben sich immer zu meinen Gunsten entwickelt. Aber um hier den kleinen Unterschied herausholen zu können, muss man vornweg fahren, nicht hinterher. Das Problem ist, dass ich nach zwei rennfreien Monaten mehrere Tage brauche, um mich wieder daran zu gewöhnen und mich zu orientieren. Daher wird es mir schwer fallen, in den ersten Tagen besonders leistungsstark zu sein. Glücklicherweise geht es den meisten Piloten ähnlich…

Sie haben auch Konkurrenz innerhalb Ihres eigenen Teams. Luc Alphand wĂĽrde Ihnen gern den Titel abjagen. Wie gehen Sie mit dem Mitsubishi-internen Wettstreit um?
Wir rangeln schon seit drei Jahren miteinander, aber innerhalb des Mitsu-Teams herrscht wahrer Mannschaftsgeist. Wir kämpfen alle zusammen, um Mitsu aufs oberste Treppchen zu verhelfen. Davon abgesehen, versucht natürlich jeder, der Erste zu sein… Aber alles wird auf der Strecke ausgetragen. Luc ist wie ich. Er ist eine wahre Kämpfernatur, mit der mentalen Stärke eines Champions. Wir empfinden sehr großen Respekt füreinander. Wir haben ein gesundes Verhältnis.

Zehn Siege bei zwanzig Teilnahmen: Das wäre eine neue Meisterleistung, die in greifbarer Nähe liegt …

Man träumt immer vom Sieg. Es wäre natürlich genial, wenn ich mir sagen könnte, ich habe jede zweite Dakar gewonnen, und der Rekord wäre wirklich schwer einzustellen. Die Dakar ist mein Leben, meine große Leidenschaft, seit ich 22 Jahre alt war! Die Flamme ist nicht erloschen. Ich habe immer noch Lust auf die Herausforderung und den Sieg.

03-01-2008 - Marc Coma: „Die Philosophie des Teams lautet wie immer zu gewinnen“

Abgesehen von der Enttäuschung der letzten Dakar ist 2007 für Sie sehr gut gelaufen …. Ich bin über den Weltmeistertitel sehr zufrieden. Nach der Episode bei der Dakar war es wichtig, dies schnell hinter mir zu lassen und zu etwas Neuem überzugehen. Mein erstes Rennen war die Rallye in Tunesien im letzten April. Ich habe dort auf Anhieb meine Begeisterung und Freude am Fahren wiederentdeckt. Mir gefällt, was ich mache und es gibt überhaupt keinen Grund, nervös zu sein.

Sind Sie nach einer solchen Saison der große Favorit dieser Dakar? Nein, der Favorit ist Cyril (Despres), er trägt die Nummer 1. Es stimmt zwar, dass er und ich leicht vor den anderen Fahrern liegen, auch wenn man sie nicht aus dem Sinn verlieren oder vernachlässigen darf. Das hängt aber mehr damit zusammen, dieses Rennen bereits gewonnen zu haben. Es ist kein Überlegenheitsgefühl, sondern vielmehr eine Feststellung: Die Rallye schon einmal gewonnen zu haben, gibt ein Gefühl der Sicherheit, die Fähigkeit, das Rennen und Emotionen zu steuern, die die anderen zwangsläufig nicht haben. Mein Ziel, und somit auch das des Teams, lautet ganz klar Sieg. Das ist unsere Philosophie, unsere Arbeitsweise. Wir sind ein echtes Team. Das hört bei uns nicht damit auf, dass wir alle die gleichen Farben tragen.

Das Rennen verspricht hart zu werden: Liegt Ihnen das? Auf dem Papier verspricht die Dakar sogar beinhart zu werden. Auf gewisse Weise finde ich das aber beruhigend: Das lässt auch Zeit und Raum, um mögliche Fehler oder andere Zwischenfälle wettzumachen. Ich persönlich finde dieses Rennen auf jeden Fall perfekt, ganz gleich wie hoch der Schwierigkeitsgrad ist.

Wie gestalten Sie die letzten Tage bis zum Start? Die Arbeit ist abgeschlossen. D.h. es steht wenig Motorrad auf dem Programm. In der letzten Woche vor dem Start noch nicht einmal eine Stunde pro Tag. Wichtig ist, die Batterien aufzuladen und als Fahrer fit an den Start zu gehen. Bevor ich nach Lissabon gekommen bin, habe ich ein paar Tage zu Hause verbracht, ganz ruhig. In den beiden Tagen zwischen den Abnahmen und dem Start werde ich nur ein wenig joggen und Stretching machen.

03-01-2008 - Vladimir Chagin: „Mit Loprais gleichziehen“

Mit welcher Einstellung gehen Sie an die Auflage 2008 heran?

Ich will vor allem nicht die gleichen Fehler wie im letzten Jahr machen (Vladimir Chagin musste die Dakar aufgeben, nachdem er auf der fünften Etappe von Ouarzazate nach Tan Tan zu stark beschleunigte, Anm. d. Red.). Aber ich bin gelassen. Fehler zu machen, sich in einer schlechten Situation zu befinden, das sind Momente, die jeder Sportler irgendwann erlebt. Man muss nur die richtigen Schlüsse daraus ziehen… Aus sportlicher Sicht habe ich mit Ausnahme meiner Teilnahme an der Rallye Desert Challenge in den Vereinigten Arabischen Emiraten in diesem Jahr nicht besonders viele Wettbewerbe bestritten. Ich habe mich auch körperlich nicht speziell auf die Rallye vorbereitet. Aber ich fühle mich durchaus fit für den Start. Das körperliche Training absolviere ich im Rennen!

Sie betonen oft, wie wichtig die Arbeit im Team ist …

50% eines Siegs bei der Dakar gehen auf das Konto der Rennvorbereitung und der Teamarbeit. Im Motorsport muss man alle Komponenten sorgfältig auswählen, wie beispielsweise die neuen Dämpfer, die wir in diesem Jahr eingebaut haben. Die restlichen 50%, d.h. das Rennen selbst, hängen auch von der Teamarbeit ab: die strategischen Entscheidungen, die man mit dem Manager trifft, die Koordinierung der Arbeit im Biwak …

Kann man sich auf Ihrem Niveau mit weniger als einem Sieg zufrieden geben?

Wenn ich fünfmal die Dakar gewonnen habe, dann liegt das daran, dass ich nur den Sieg im Blick habe. Ich bin ein Kämpfer. Aber nichtsdestotrotz lautet das oberste Ziel des Teams Lamaz, Dakar zu erreichen. Erst danach versuchen wir, wenn möglich, ein gutes Ergebnis zu erreichen. Im letzten Jahr hätten wir ohne unseren Fehler gewinnen können. Was den Rekord von Karel Loprais betrifft, so denke ich nicht daran, aber ich würde natürlich gleich mit ihm gleichziehen.

03-01-2008 - Carlos Sainz: „Ich werde angreifen, wie immer“

Wie haben Sie die Fahrzeugprobleme analysiert und behoben, die Sie im letzten Jahr hatten? Wir haben zahlreiche Tests durchgeführt und sind sehr viel gefahren. Das Ziel, das wir während des gesamten Jahres verfolgt haben, war, an unserer Zuverlässigkeit zu arbeiten. Alle Weltmeisterschaftsläufe, an denen wir teilgenommen haben, dienten diesem Zweck. Für mich umfasst die Zuverlässigkeit alle Elemente: den Motor, die Elektrik. Selbst wenn dies zu Lasten der Geschwindigkeit geht.

Wird dies Ihr Temperament auf der Strecke beschneiden? Ich werde angreifen, komme was wolle. So fahre ich meine Rennen und ich werde mich nicht ändern. Ich werde es so halten wie bei meinen früheren Starts bei der Dakar. Meine Linie ist immer die Gleiche: mein Rennen machen, ohne das Fahrzeug zu lädieren. Es geht nicht darum, die ersten Etappen nur um des Siegs willen zu gewinnen. Das ist nicht mein Ziel. Mein Ziel lautet, das Rennen zu gewinnen. Jeder weiß, dass die Rallye in Mauretanien entschieden wird. Es ist ein Ausdauerrennen. Was zählt, ist dort mit einer guten Ausgangsposition anzukommen. Wir sind Profis und werden unser Ziel nicht aus den Augen verlieren.

Haben Sie jetzt ausreichend Erfahrungen bei der Dakar gesammelt, um den Sieg in Angriff nehmen zu können? Logischerweise weiß ich nach zweimaliger Teilnahme etwas mehr über die Dakar. Die Erfahrung ist von kritischer Bedeutung. Ich starte sehr motiviert, ich habe Lust auf die Rallye. Ich gehe aber nichtsdestotrotz mit ebensoviel Vorsicht und Demut an diese Dakar wie an die ersten beiden heran. Es ist ein besonderes Rennen und deshalb sind meine Erwartungen vor allem bescheiden.

02-01-2008 - Gerard De Rooy: „Ich habe das oberste Treppchen im Visier!“

Wie Ihr Vater Jan erklären Sie, dass Sie „100% geben, um aufs Podium zu kommen“. Aber streben Sie mit Ihrer Bilanz – Dritter 2004 und Fünfter 2005 – nicht nach dem Sieg? Wenn ich vom Podium spreche, meine ich nicht den zweiten oder dritten Platz … Ich habe das oberste Treppchen im Sinn!

Sie glauben also, alle Trümpfe in der Hand zu haben … Ich spüre, dass ich bereit bin, sowohl mental als auch mein Fahrzeug betreffend. Ich kann gut mit Druck umgehen und lasse mich nicht zu dummen Fehlern verleiten. Was den LKW angeht, habe ich den Eindruck, dass er neu ist, insbesondere dank des neuen Motors.

Glauben Sie nicht auch, dass der Kampf bei dieser Auflage ganz besonders hart zu werden verspricht? Es ist zweifelsohne schwieriger als im letzten Jahr. Hans Stacey und Vladimir Chagin sind natürlich ganz vorn. Dann ist da aber auch noch Ales Loprais, ein junger Truckfanatiker. Nicht zu vergessen Ginaf Rally Power… Der Kampf kann losgehen.

Die Streckenführung könnte Ihnen aber die Sache erleichtern. Ich mag Dünen, mehr als felsigen Untergrund. Die Strecke liegt mir also in diesem Jahr.

02-01-2008 - David Casteu: „Mit mir ist zu rechnen“

Mit dem zweiten Platz, den Sie im letzten Jahr errungen haben, hat sich Ihr Status bei der Dakar verändert. Wie gehen Sie diese 30. Auflage an? Ich bin mir sicher, und vor allem stolz, dass ich meine Arbeit immer bestmöglich gemacht habe. Einer der Momente, der mich im letzten Jahr am meisten bewegt hat, war, als unser Teammanager mir seine Unterstützung ausgesprochen hat, nachdem Isidre alle Chancen verspielt hatte. Er hat mir gedankt und mir gesagt, ich könne jetzt mein Rennen machen. Das hat mir viel bedeutet. In diesem Jahr habe ich von KTM keinerlei Vorgaben erhalten, ich trete also an, um zu siegen. Das Motorrad, das für die Rallye abgestimmt wurde, ist wie ein Jagdflieger: Es ist das gleiche Gerät wie 2007, hat aber neue Aufhängungen.

Sie schauen einmal mehr auf ein bewegtes Jahr zurück … Ich war Dritter in der Weltmeisterschaft, nachdem mir im ganzen Jahr drei Rennen misslungen sind, zweimal Zweiter hinter Marc Coma und einmal Zweiter hinter Despres. Dann war da noch die Episode mit dem Unfall bei der Rallye Argentinien, wo ich in der Gesamtwertung führte. Ich bin mit einem LKW kollidiert und hatte großes Glück, weil ich mit einem Bruch des Schulterblatts davongekommen bin. Und vielleicht hatte diese Sache auch etwas Gutes. Ich bin jemand, der von Beginn seiner Karriere an seine Rennen beendet hat. Und dieses Erlebnis hat mir die permanente Gefahr in Erinnerung gerufen, dass man jederzeit stürzen kann.

Mit Marc Coma und Cyril Despres haben Sie zwei hochkarätige Gegner, die es auf dem Weg zum Sieg zu bezwingen gilt … Wenn man mir sagt, dass die beiden die Favoriten der Rallye sind, bin ich nicht sauer. Im Moment sieht es so aus, dass beide schon gewonnen haben und ich eher die Gewohnheit habe, hinter ihnen zu landen. Aber ich bin am Start und man muss mit mir rechnen. In vielerlei Hinsicht profitiere ich nicht von der gleichen Struktur, aber ich habe hervorragende Kontakte zu den Privatfahrern. Und ganz gleich, was mir passieren mag, werde ich sicherlich nicht lange allein am Rand der Piste stehen.

02-01-2008 - Luc Alphand: „Wir setzen auf Zuverlässigkeit“

Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation
Copyright A.S.O. / Amaury Sport Organisation

Als Sieger der 2006er Auflage zählt Luc Alphand auf die Zuverlässigkeit des Mitsubishi Pajero, um mit der höheren Leistung der Volkswagen-Piloten mitzuhalten. Der ehemalige Skiweltmeister erwartet in diesem Jahr einen noch härteren Wettbewerb.

Nach Ihrem zweiten Platz 2007, wo Sie am Ende der Rallye Ihre Chancen nicht wirklich verteidigt haben, muss Ihr Ziel in diesem Jahr logischerweise Sieg lauten…
Ich komme nur deswegen zur Dakar. Selbst bei meiner elften Teilnahme verspüre ich noch die gleiche Aufregung wie die Junioren. Mich hat immer das Abenteuer an diesem Wettbewerb gereizt, vor allem wo wir in diesem Jahr uns noch unbekannte Orte entdecken werden. Unser oberstes Ziel ist zunächst, die Arbeit abzuschließen, die unser Team im letzten Jahr geleistet hat. Darin liegt eine große Befriedigung, und da wir alle Kämpfer sind, ist es natürlich noch besser, wenn dies am Ende mit einem Sieg gekrönt wird.

Dieser Sieg erscheint aber angesichts der zunehmenden Leistung der Volkswagen immer schwerer zu erreichen…
Meiner Ansicht nach sind sie in diesem Jahr die Favoriten. Was reine Geschwindigkeit angeht, haben sie das leistungsstärkste Auto. Das hat sich übrigens auch schon bei der letzten Dakar gezeigt: Wir haben keine einzige Etappe gewonnen. Ausschlagend ist aber, dass wir als Erste und Zweite am Lac Rose angekommen sind. Bei der Zuverlässigkeit hatten wir die Nase vorn, und das ist das wichtigste Kriterium bei der Dakar. Es ist ein Ausdauerrennen, kein Großer Preis in der Formel 1. Die Reglementänderungen sind dieses Jahr für uns sicherlich nachteiliger als für die Diesel von VW. Wir stellen uns also darauf ein, dass wir leiden werden, vielleicht noch mehr.

Zum Wettstreit mit den anderen Teams kommt bei Ihnen noch die interne Rivalität, insbesondere mit Stéphane Peterhansel, hinzu. Wie gehen Sie mit dieser Situation um?
Ich weiß, dass man bei diesem Rennen einen Tag in Führung liegen kann, am nächsten Morgen ein Problem hat und dem Team auf allen verbleibenden Etappen dienen kann. Das kann jedem in der Gruppe passieren und wir alle beherrschen dieses Spiel. Was Stéphane betrifft, habe ich ihm gegenüber keine Komplexe. Er ist natürlich die Messlatte, aber er ist nicht unbezwingbar. Wenn es mir gelingen sollte, an seinem Thron zu kratzen, wäre ich mehr als zufrieden.