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Humanitäre Hilfe

Mehr Wissenswertes

Ausgabe 2008

Humanitäre Hilfe

Thierry Sabine, der die Rallye begründet hat, war sich der schwierigen Lebensumstände in Afrika, des dringenden Handlungsbedarfs und des Instruments, als das die Rallye dienen könnte, bewusst. Seiner Meinung nach war die Paris-Dakar dazu berufen, sich in den Dienst der Länder zu stellen, in denen sie zu Gast ist. Die Aktionen, die seit 1985 initiiert wurden, haben zunächst die Veranstalter und dann die Teilnehmer inspiriert, die ebenfalls zur Realisierung des Projekts beitragen.

 

Im 21. Jahrhundert hat die Dakar eine neue Dimension gewonnen, und so konnte die Frage der Hilfe, die in Afrika geleistet werden kann, von A.S.O. noch einmal mit ehrgeizigeren Zielen gestellt werden. Der Wunsch nach Effizienz hatte Priorität, und so wurde es für sinnvoll erachtet, die Bemühungen mit einer professionellen Hilfsorganisation zu vereinen. Die Organisation SOS Sahel International France, die die Begebenheiten vor Ort bestens kennt, erwies sich als der am besten geeignete Partner, um die im Bereich des Umweltschutzes getätigten Investitionen zu lenken.

2002 wurde also das Programm „Actions Dakar“ von A.S.O. im Rahmen einer Partnerschaft mit SOS Sahel initiiert. Der Wunsch, die natürlichen Lebensgrundlagen zu erhalten und die Lebensbedingungen und vor allem die hygienischen Bedingungen zu verbessern, sind die Hauptachsen des Programms. Die gewählte Arbeitsweise entspricht in vollem Umfang den Vorstellungen von A.S.O., wobei die verschiedenen Maßnahmen von lokalen Akteuren ergriffen und gesteuert und in eine Politik der nachhaltigen Entwicklung eingebettet werden.

Sensibilisierung für die Umweltfrage

Das Ziel von Actions Dakar ist, die lokalen Kompetenzen zu stärken, indem Gruppierungen Projekte bescheidenen Umfangs bewilligt werden (zwischen € 2000 und 5000 pro Maßnahme), d.h. Hilfe zur Selbsthilfe. Langfristig liegt der kostbarste Beitrag dieser Maßnahmen in der Sensibilisierung für das Umweltproblem in den betroffenen Dörfern und Städten. Über die sofortigen Verbesserungen hinaus bemisst sich der Nutzen der Actions Dakar vor allem an ihrer Nachhaltigkeit.

Der erste Aktionsplan wurde in der Region Louga im Senegal umgesetzt. Die Fortsetzung der Partnerschaft, die 2005 für drei weitere Jahre beschlossen wurde, hat zur Ausdehnung der Actions Dakar auf Mauretanien geführt, wo zwischenzeitlich bereits mehrere von Dorfbewohnern beantragte Projekte gestartet sind, wie beispielsweise ein System zur Müllabfuhr in der Stadt Ouad Naga.

KENNZAHLEN

  • 310.000 Menschen profitierten von 131 Projekten.
  • 3300 Menschen wurden in der Verwaltung der natürlichen Lebensgrundlagen geschult.
  • Budget von € 648.000 € über die letzten fünf Jahre.
  • 57.000 Kinder und Erwachsene wurden für gute Umweltpraktiken sensibilisiert.

Schutz und Aufwertung des Lands und Waldbestands

Bau von 3.700 verbesserten Häusern, Schutz von 1.070 ha landwirtschaftlicher Fläche, 136.000 Bäume gepflanzt.

Gesundheitsschutz und Wasserhygiene

50.500 Menschen kommen in den Genuss der Müllabfuhr, Bau von 98 Latrinen und 62 Sickergruben, 20 Bewässerungsbecken und 6 Brunnen.

Kontakt: actionsdakar@sossahel.org

Nachdem er die Sahel-Zone durchpflügt und sich einen Überblick über die dringendsten Bedürfnisse verschafft hatte, schuf Thierry Sabine 1985 zusammen mit Daniel Balavoine „Pari du Cœur“ (Herzenswette), „bei der man mitmacht, um den anderen gewinnen zu lassen“. Dank der umfangreichen Medienberichte über das Ereignis und der Aufrichtigkeit seiner Botschafter schlug das Projekt bei der Öffentlichkeit, die bereits für die Dramen der Bevölkerung in der Sahelzone sensibilisiert war, schnell ein.

Wasser bedeutet Leben

Nachdem das Wasserproblem als das dringlichste feststand, begann die Solidaritätsbewegung mit der Installation von Wasserpumpen. Bedenkt man, dass eine Bewässerungspumpe die Nutzung von 50 Hektar Land ermöglicht (d.h. 500 Tonnen Reis), rückt das Ziel der Selbstversorgung mit Nahrungsmittel in den betroffenen Zonen endlich näher. Nach dem Tod von Thierry Sabine 1986 übernahm sein Vater Gilbert die Maßnahmen des Vereins „Tierry Sabine Association“ im Niger, in Mauretanien, in Mali und im Senegal. Fünf Jahre später konnte man folgende Bilanz ziehen:

  • 147 installierte Wasserpumpen
  • 300 m³ Medikamente und medizinisches Material verteilt
  • 40 m³ Bücher und Schulbedarf
  • 50 m³ kleine landwirtschaftliche Geräte
  • 7 Fahrzeuge
  • 500.000 Ampullen Impfstoff

1986 wurde eine Maßnahme am Rande der Dakar durchgeführt, an der zahlreiche Partner beteiligt waren. Parallel zum Rallyeverlauf schob sich eine zweite Karawane durch Afrika und führte Aktionen zugunsten der Dörfer in der Sahel-Zone durch. Diesmal waren es bereits bestehende Organisationen, die sich der Rallye anschlossen und die Verteilung des Materials organisierten. Insgesamt nahmen an der Karawane etwa fünfzehn Fahrzeuge und dreißig Personen teil.

Die humanitäre Karawane begleitete die Rallye vier Jahre lang, in denen die Partner Hilfe leisteten, indem sie insbesondere landwirtschaftliches Material lieferten (Reisschälmaschinen, Saatgut, Pumpen…).

Die Organisatoren der Rallye waren in der Folge mit einer grausamen Festestellung konfrontiert. Aufgrund fehlender Mittel und Unterstützung war die Langfristigkeit der Investitionen, die für die Dorfbewohner getätigt worden waren, nicht immer gewährleistet. Technische und finanzielle Schwierigkeiten, die vor allem mit dem Betrieb der Pumpen zusammenhingen, führten dazu, dass das Material nicht ausgelastet wurde oder sogar gänzlich ausfiel.

In den 1990er Jahren konzentrierten sich die Organisatoren bei der Auswahl der Maßnahmen eher auf zielgerichtete Aktionen. Eine Reihe von ehrgeizigen Projekten wurde so über mehrere Jahre im Niger, in Mauretanien, Mali und dem Senegal durchgeführt:

  • 1991: Bau einer Entbindungsstation im Senegal im Dorf Niaga Wolof in der Nähe des Salzsees Lac Retba
  • 1993: Bau einer Entbindungsstation im Niger im Dorf Gazamni
  • 1997: Bau einer weiterführenden Schule in Mauretanien in der Stadt Zouerat
  • 1998: Bau einer Schule in Mali im Dorf Koudathiou
  • 1999: Bau eines Wasserturms in Mauretanien in der Stadt Akjouj. Teilbeleuchtung der Stadt Agadez (Niger)

Der Ansatz wurde angesichts der vorherigen Erfahrungen, die nahe legten, größeres Augenmerk auf die langfristige Beobachtung der Maßnahmen zu legen, angepasst. So wurden regelmäßig kleinere Investitionen getätigt, die für den Betrieb der Einrichtungen unerlässlich waren: Ausbildung von Hebammen, Durchführung von Bohrungen…

Die Teilnehmer der Rallye Dakar verspüren zwangsweise eine gewisse Affinität zu diesen Ländern und haben offensichtlich eine Sensibilität für die Härte der Lebensbedingungen der Bevölkerung. Von Anfang an haben die Teilnehmer zahlreiche, oft bescheidene und immer diskrete Initiativen ausgeführt. Ein LKW-Fahrer, der eine Ladung Kleider oder Schulsachen transportiert, hat dies nie mit dem Anspruch getan, Afrika zu retten, aber seine Geste wird einer Familie, einer Dorfschule nutzen.

Lange Zeit wurden die von den Teilnehmern durchgeführten Aktionen von dieser Vorgehensweise geprägt. Nach und nach wurden die Projekte dann strukturierter und es beteiligten sich zunehmend europäische Partner. Mittlerweise berücksichtigt die Mehrheit der Teilnehmer bei ihrer Rallyevorbereitung auch eine humanitäre oder pädagogische Maßnahme.

Einige Projekte erreichen einen beträchtlichen Umfang, wie beispielsweise das Vorhaben der Teams, die sich unter dem Banner von Repsol (Mitsubishi, KTM - Spanien) engagieren, was es ermöglicht hat, mehrere Krankhäuser entlang der Strecke für ein Jahr mit medizinischem Material zu versorgen. Der Niederländer Frits Hessing, der € 150.000 sammelte, um schwangeren Frauen eine Behandlung zu ermöglichen und das Risiko einer Übertragung des AIDS-Virus an ihre Kinder zu verringern, hatte auch Gelegenheit, über sich selbst hinaus zu wachsen. Aber ob sie nun Yannick Guyomarch, Feuerwehrmann aus Paris und Koordinator eines Projekts zur Ausstattung marokkanischer Schulen mit Computern, oder José Manuel Salinero heißen, der zwischen Nouakchott und Dakar Spielzeug an mehr als 800 Waisenkinder verteilte, nachdem er die Rallye aufgeben musste - allen ist bewusst, dass die Dakar nicht nur ein Rennen ist.